BVB-Profi an Hochschule zu Gast

Hummels: Abschied aus München fiel schwer

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Mats Hummels (2.v.r.) an der Hochschule

Köln - Mats Hummels stand Rede und Antwort. In der Sporthochschule in Köln berichtete der Nationalspieler zum Thema "Traumberuf Fußballprofi" über seine Karriere.

Spätestens bei der ersten Saisonprognose von Mats Hummels outeten sich die Fans von Borussia Dortmund unter den rund 500 Studenten im übefüllten Hörsaal 1 der Sporthochschule in Köln. Ein Raunen begleitete die Bemerkung des Nationalspielers: „Es sieht ja nicht so aus, als ob wir in der Liga was holen.“ Beifall folgte jedoch, als der 23-Jährige nachlegte: „Aber da sind ja noch der Pokal und die Champions League.“

Drei Tage vor dem Prestigeduell am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) beim souveränen Tabellenführer Bayen München versuchte Hummels nach der Podiums-Diskussion zum Thema „Traumberuf Fußballprofi“ im kleineren Kreis zu relativieren: „Egal wie es ausgeht: Wenn wir das Ding gewinnen, ist es keine Entscheidung, und wenn die Bayern gewinnen ist es auch keine Entscheidung im Titelrennen.“

Es sei ja das Schöne am Sport, dass so schnell so viel passieren könne. Wie auch immer das Spiel ausgehen werde, es „wird niemals schon der endültige Schritt zur Meisterschaft sein“, meinte Hummels. „Aber wir wollen natürlich nicht mit 14 Punkten Rückstand aus dem Spiel herausgehen.“

Damit war die Neugier der Studenten zur aktuellen Situation gestillt. Nur die Verletzung von Hummels interessierte einen Zuhöhrer, der sich, dem Anlass entsprechend, die neueste Ausgabe des schwarz-gelben Trikots übergestreift hatte. „Ich habe Probleme mit dem Knie, und die werden auch noch bis zur Winterpause anhalten. Es ist eine Entzündung, und es nur die Frage, wie groß die Schmerzen sind, ob sie auszuhalten sind“, erklärte der Innenverteidiger.

Wegen der Beschwerden an der Patellasehne erlebte Hummels das 1: 1 des BVB gegen Fortuna Düsseldorf am Dienstag nur auf der Tribüne. Doch am Samstag und in den restlichen Spielen des Jahres werde „es wohl noch gehen“.

Fragen nach seinen Verbindungen zu seinem ehemaligen Klub Bayern München beantwortete Hummels emotionslos: „Es ist unmöglich, eine Bindung aufrecht zu erhalten, denn ich spiele ja schon einige Jahre bei einem Konkurrenten.“ Obwohl es ihm seinerzeit schwer gefallen sei, Abschied zu nehmen und nach Dortmund zu wechseln.

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Bei den Bayern habe er ja damals keine Chance bekommen, die hätten seinerzeit ja den Brasilianer Breno verpflichtet. So sei die Entscheidung pro BVB aus sportlichen Gründen gefallen. Aus dem Leihgeschäft wurde schließlich ein endgültiger Wechsel. „Seither ging es immer bergauf bei mir.“ Ob er seinen Traumberuf ausübe? Hummels: „Ein klares Ja, auch wenn er einige Nachteile bringt. Denn ich kann jetzt nicht mehr den gleichen Mist machen wie noch vor fünf Jahren.“ Abstriche in der Privatsphäre seien die Konsequenz.

Damit bot die Vita von Hummels den Kontrast zu seinem einstigen Mannschaftskollegen in der Bayern-Jugend, Timo Heinze. Der Sportstudent hat unter anderem aufgrund einer langwierigen Verletzung trotz großen Talents den Sprung nicht geschafft und seine ernüchternden Erfahrungen und Erlebnisse im harten Fußball-Business in einem vielbeachteten Buch „Nachspielzeit“ (Eine unvollendete Karriere) geschildert.

Damals war Heinze beim Bayern-Nachwuchs Konkurrent von Hummels um eine Position im defensiven Mittelfeld. Inzwischen hat sich das Leben der beiden Freunde stark verändert. Heinze hat seine Vergangenheit verarbeitet, und Hummels hofft, dass es in seinem Traumberuf „noch zehn Jahre so weitergeht“ - und klopfte symbolträchtig dreimal auf den Podiumstisch.

sid

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