HSV: Stevens ist raus - Wird es van Basten?

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Huub Stevens (links) ist offenbar aus dem Rennen - jetzt steht Marco van Basten beim HSV ganz oben auf der Trainer-Wunschliste.

Hamburg - Die Trainersuche beim Hamburger SV geht auch nach dem erlösenden Sieg weiter. Klub-Boss Carl-Edgar Jarchow bringt Marco van Basten ins Spiel, Huub Stevens wird es wohl nicht.

Huub Stevens scheint gestrichen, nun steht wohl Marco van Basten auf der Trainer-Wunschliste des Hamburger SV an erster Stelle. Wie die Bild-Zeitung berichtet, hat der HSV dem einstigen Favoriten Stevens eine Absage erteilt - Sportdirektor Frank Arnesen passte angeblich nicht, dass der Niederländer parallel mit Schalke 04 verhandelt.

Wer am Montag um 15.00 Uhr beim Training an der Arena die Kommandos geben wird, war weiter unklar. Bleibt Interimstrainer Rodolfo Esteban Cardoso doch noch eine Weile im Amt? Oder zieht der Tabellenletzte der Bundesliga eine ganz große Lösung aus dem Hut?

Laut Vorstands-Chef Carl-Edgar Jarchow ist der knurrige Stevens nicht der einzige Kandidat gewesen. Etwas überraschend brachte er wieder einen anderen Namen ins Spiel. „Wir sprechen mit mehreren Leuten. Auch Marco van Basten gehört dazu“, sagte Jarchow, „wir haben uns noch nicht entschieden. Alles ist möglich, noch ist nichts fix.“ Anfang der Woche, spätestens aber in der Länderspielpause nach dem nächsten Spiel gegen Schalke 04 (!) wolle man den neuen Trainer präsentieren.

Am Samstag hatte Sportdirektor Frank Arnesen jedenfalls mit Stevens verhandelt, den er aus seiner Tätigkeit bei der PSV Eindhoven gut kennt. Bei dem Treffen diskutierten beide nach Bild-Informationen über Vertragslaufzeit, Gehalt und die Frage des Trainerstabes - bis der Deal am Sonntag anscheinend platzte.

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Wie auch immer: Das 2:1 beim VfB Stuttgart hat in der T-Frage etwas Druck von den Verantwortlichen genommen, die Erleichterung über den ersten Saisonsieg war fast greifbar. „Das war eine besondere Situation für uns alle. Nur ein Sieg hat gezählt. Die Art und Weise, wie die Mannschaft gespielt hat, hat mir große Freude gemacht“, sagte Cardoso, „wir haben ein bisschen gefeiert nach der anstrengenden Woche. Die Mannschaft lebt und hat ein Signal gegeben. „ Und Kapitän Heiko Westermann meinte: „Ich kann es mir wirklich nicht erklären. Die Leidenschaft und der Spaß waren auf einmal da.“

Der ehemalige Spielmacher und etatmäßige HSV-Amateurtrainer Cardoso ging gegen Stuttgart hohes Risiko und schickte in Zhi Gin Lam (20), Heung Min Son und Gökhan Töre (beide 19) eine blutjunge offensive Dreierreihe auf das Feld. Der Mut wurde belohnt, mit dem Trio waren die Angriffe des Bundesliga-Dinos deutlich zielstrebiger als zuletzt unter dem entlassenen Michael Oenning.

„Ich habe die Mannschaft geweckt und ihr wieder Selbstvertrauen gegeben“, sagte Cardoso und konnte sich ein Lächeln nicht verkneifen. Jeffrey Bruma und Robert Tesche mit einem sehenswerten Volleyschuss erzielten die Treffer für Hamburg, Martin Harnik markierte das 1:0 für die Schwaben. Der HSV, der zuletzt am 19. März gewonnen hatte, ist zwar nach dem Dreier immer noch Letzter, hat nach Punkten jetzt aber mit dem SC Freiburg und dem FC Augsburg gleichgezogen.

Trotz des Erfolgs in Stuttgart wollte Jarchow aber noch keine Entwarnung geben. „Ich freue mich für die Jungs und meinen Verein“, sagte der Klubchef, „es war ein Schritt in die richtige Richtung, aber wir dürfen das nicht überbewerten. Die nächsten Spiele müssen zeigen, ob die Wende eingeleitet ist.“ Dann wird ein neuer Trainer auf der Bank sitzen. Das steht fest.

sid

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