Der Nächste bitte: Fink soll's richten beim HSV

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Thorsten Fink war zuletzt Trainer des FC Basel.

Hamburg - Thorsten Fink ist am Montag als neuer Trainer des HSV offiziell vorgestellt worden. Er ist der zwölfte Coach in den vergangenen zehn Jahren. Mit dem Ex-Bayern-Profi soll nun alles anders werden.

Jetzt also Thorsten Fink. Man kennt das Ritual beim Hamburger SV inzwischen zur Genüge. Die Kameramänner bauen ihre Stative auf, die Fotografen reservieren mit ihren Apparaten die besten Plätze vor dem Podium wie deutsche Touristen mit Handtüchern die Sonnenliegen. Der Presseraum in der Hamburger Arena ist mit knapp 100 Leuten überfüllt, auch die Mitarbeiterinnen aus der Geschäftsstelle schauen vorbei. Am Montag um 11.00 Uhr wurde wieder ein neuer Trainer beim norddeutschen Fußball-Bundesligisten vorgestellt. Der zwölfte seit Oktober 2001.

Natürlich soll nun alles anders werden. Wie immer, diesmal aber wirklich. Mit Fink. “Ich bin von mir überzeugt, ich habe Selbstvertrauen“, sagte der 43-Jährige, “ich glaube, dass ich hier langfristig arbeiten kann. Der Vorstand will Kontinuität, er hat mir viel Vertrauen vermittelt.“ Immer wieder hatten Sportchef Frank Arnesen, Vorstandschef Carl-Edgar Jarchow und sogar Pressesprecher Jörn Wolf bei Fink angerufen, um ihn vom FC Basel nach Hamburg zu locken. “Wir wollten nicht den Erstbesten nehmen, sondern den, von dem wir am meisten überzeugt sind“, sagte Jarchow.

Vorschusslorbeeren sind gewaltig

Die Vorschusslorbeeren sind gewaltig. Die Erwartungen auch. Fink nimmt die Herausforderung in einem extrem unruhigen Umfeld aber offenbar gerne an. Natürlich ist für einen deutschen Trainer die Bundesliga das logische Ziel und als die Chance kam, hat er konsequent zugegriffen. “Ich will Erfolg. Ich muss tun, was für mich besser ist“, sagte er zu seinem Abschied aus der Schweiz. Fink unterschrieb bis Juni 2014 in Hamburg. Dennoch darf man annehmen, dass er mit der gleichen Konsequenz auch den nächsten Karriereschritt angehen wird, wenn sich die Möglichkeit ergibt.

Bundesligatrainer und ihr Weg zur ersten Chefstelle

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Aber erst einmal Hamburg. Um 9.40 Uhr war der gebürtige Dortmunder am Montag am Stadion eingetroffen. Um 10.00 Uhr stellte er sich kurz der Mannschaft vor, deren glücklichen 2:1-Sieg beim SC Freiburg am Sonntag er noch in Basel am TV verfolgt hatte. Erstes Training mit dem Team am Dienstag um 15.00 Uhr. “Ich bin von der Mannschaft überzeugt, sie hat Qualität“, sagte Fink, “ich bin ja nicht dumm. Ich gehe ja nicht von einem Champions-League-Teilnehmer zu einem Team, das absteigen kann.“

Fink voller Selbstvertrauen

Die Selbstsicherheit des langjährigen Bundesligaprofis ist schon bemerkenswert. “Ich bin der Typ Richtung Klopp“, sagt er. Und: “Wenn die Mannschaft meine Philosophie umsetzt, dann wird sie erfolgreich sein.“ Samstag kommt der VfL Wolfsburg zum ersten Spiel in die Arena, wichtig im Kampf gegen den Abstieg: “Ich will jedes Spiel gewinnen und kann nur schlecht verlieren“, sagt der neue HSV-Trainer.

Dass es nicht einfach wird, haben die Schwächen in Freiburg klar aufgezeigt. “Wir haben noch viel zu tun“, sagte Kapitän Heiko Westermann, “Fink hat als Spieler alles erreicht und sich auch als Trainer bewiesen, ich hoffe, dass wir mit ihm schnell da unter rauskommen.“ Nationalspieler Dennis Aogo ist auch schon gespannt: “Schauen wir mal, was der neue Trainer für Einflüsse mitbringt.“

Ziel: Gleiches Philosophie in allen Teams

Am Montag liefen die Spieler nur kurz aus, ohne Fink. Um 10.20 Uhr verließen sie ihr Refugium im Bauch der Arena, begleitet wie bisher von Assistent Frank Heinemann und Interimscoach Rodolfo Cardoso. Der Argentinier wird sich in Zukunft wieder um die U23 des Vereins kümmern. Assistent Patrick Rahmen bringt Fink aus Basel mit. “Mit Rodolfo werde ich in ganz engem Kontakt stehen“, sagt Fink, “ich will, dass alle Jugendleistungsmannschaften im Verein die gleiche Philosophie haben, die Jugend ist das Sprungbrett für die Erste.“

Das alles klingt nach der schönen, neuen Fußballwelt in Hamburg. Interimstrainer Frank Arnesen trug wieder Anzug, ist nur noch Sportchef und erleichtert, dass er seinen “Wunschtrainer“ verpflichten konnte. “Langfristigkeit, Kontinuität, Vertrauen“, immer wieder fielen diese Worte. Die Sehnsucht danach ist groß. Es hat in Hamburg zu viele Vorstellungen neuer Trainern gegeben in den letzten Jahren.

dapd

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