Holzhäuser: "Wer soll die Bayern schlagen?"

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Wolfgang Holzhäuser überlegt fieberhaft, wer den Bayern in der neuen Saison gefährlich werden könnte.

Düsseldorf - Geht es nach dem Urteil der Bundesliga-Trainer, muss die Saison 2011/12 eigentlich gar nicht angepfiffen werden. Bayer-Geschäftsführer Holzhäuser übt sich im Understatement.

Siebzehn Trainer glauben - mal mehr, mal weniger fest - an einen Deutschen Meister Bayern München. Der Achtzehnte und erfahrenste unter den Trainern wird es ähnlich sehen, sagt es aber nicht. Der Druck ist ohnehin schon groß genug. Die Rede ist von Jupp Heynckes, der mit dem klaren Auftrag Deutsche Meisterschaft seine dritte Amtszeit an der Säbener Straße angetreten hat.

Alles andere wäre auch gegen jede Erfahrung. Wo andere sogar einen Transferüberschuss erzielen (Bayer Leverkusen) oder sich nur punktuell verstärken (Borussia Dortmund mit Ilkay Gündogan und Ivan Perisic), haben die Bayern ihr Festgeldkonto um mehr als 40 Millionen Euro für neue Stars wie Manuel Neuer, Jerome Boateng oder Rafinha erleichtert. So lässt auch Franz Beckenbauer keine Entschuldigung für ein mögliches Scheitern gelten.

Holzhäuser: “Wer soll die Bayern schlagen?“

Die Konkurrenz schiebt die Favoritenrolle nur allzu gern gen Süden. “Wenn ich Robben, Ribery und Gomez sehe, dazu einen Schweinsteiger, einen Müller und einen Luiz Gustavo. In der Abwehr haben sie Philipp Lahm und Rafinha, der auch kein Schlechter ist. Hinzu kommt ein Boateng und das große Talent Badstuber. Und im Tor steht dann noch Manuel Neuer. Wer soll diese Mannschaft schlagen?“, fragt Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser und liefert im nächsten Atemzug die Antwort gleich mit: “Die Bayern können sich nur selbst schlagen. Wenn sie das aber tun, dann müssen wir da sein.“

Ganz neue Töne also in Leverkusen. Vom Titel hat da seit Klaus Toppmöller keiner mehr gesprochen, und das ist schon mehr als zehn Jahre her. “Wenn der zweite Platz aus dem Vorjahr kein Zufall war, und ich habe ihn nicht als Zufall gesehen, dann sollten wir nicht automatisch nach Platz vier oder fünf schauen, sondern nach oben“, sagt der neue Trainer Robin Dutt der Nachrichtenagentur dapd.

Klopp sieht Dortmund eher als Herausforderer

Oben, auf Platz eins stand in der vergangenen Saison Borussia Dortmund. Und wie sieht der Meister die Lage der Liga? “Vielleicht sind wir der erste Meister in der Geschichte des deutschen Fußballs, der als Herausforderer in die nächste Saison geht“, sagt Trainer Jürgen Klopp und legt die nüchterne Betrachtungsweise “Geld schießt doch Tore“ zugrunde. “Alles andere als Bayern München wäre doch Wahnsinn, wenn man sieht, wie viel investiert wurde“, sagt der Erfolgscoach.

Der Meister als Herausforderer, so verhielt es sich in der Vergangenheit aber fast immer, wenn der Name Bayern München in der vorangegangenen Saison mal nicht auf der Schale eingraviert worden war. Zuletzt holte das Starensemble von der Isar im Zweijahres-Rhythmus den Titel: 2006, 2008, 2010. Rein statistisch gesehen wäre die Titelfrage also auch geklärt.

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So nimmt Klopp gerne die Außenseiterrolle an. Letztes Jahr hat er es auch so auch so gehalten, bis irgendwann die Schale in Dortmund angekommen war. Unterschätzen will Bayern-Präsident Uli Hoeneß die Schwarz-Gelben diesmal aber nicht. “Ich erwarte in Dortmund einen ganz harten Konkurrenten. Sie spielen sehr kompakt und konstant, deshalb wird es ein enges Titelrennen. Für mich ist klar: Dortmund ist zurück“, sagte Hoeneß der “Sport Bild“.

Köln die Überraschungsmannschaft?

Zurückkommen wollen auch die abgestürzten Nord-Klubs Werder Bremen, der Hamburger SV und der VfL Wolfsburg, Jürgen Klopp hat sie zumindest auf der Rechnung und könnte sich außerdem den 1. FC Köln als Überraschungsmannschaft der Saison vorstellen. In der Domstadt werden sie es gerne hören, gedanklich wähnten man sich in den letzten Jahren schon des öfteren in Europacup-Regionen. Aber eben nur gedanklich.

dapd

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