Wird Ballack der Leitwolf? Magath mauert

Lagos/Leverkusen - Michael Ballacks Vertrag bei Bayer Leverkusen wird wohl nicht verlängert. Doch wo lässt der "Capitano" seine Laufbahn ausklingen? Der VfL Wolfsburg wäre eine Option.

Reich, aber wenig sexy: Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg haderte in der Vergangenheit schon oft mit seinem Image. Große Namen wie Stefan Effenberg und Marcelinho sollten dem Kader einst Profil geben. In der Winterpause setzte Manager-Trainer Felix Magath auf eine andere Politik und kaufte sieben No-Names. Doch das muss nicht so bleiben. Ab Sommer könnte Michael Ballack dem Klub mehr Glanz geben.

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Ballack war schon einmal Thema in Wolfsburg. Vor seinem Wechsel vom FC Chelsea zu Bayer Leverkusen im Jahr 2010 hatte Wolfsburgs damaliger Manager Dieter Hoeneß Interesse angemeldet. Am Ende machte Ballack-Intimus Rudi Völler das Rennen. Zwei Jahre später könnte der 98-malige Nationalspieler wieder interessant werden, auch wenn Magath am Freitag gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID) mauerte: „Dazu äußere ich mich nicht. Ich treffe zu den Leverkusener Verhältnissen keine Aussagen.“

Magath selbst hatte zu Beginn der laufenden Saison auf bekannte Namen gesetzt. Der 58-Jährige holte Hasan Salihamidzic, Thomas Hitzlsperger und Alexander Hleb, von denen nur Salihamidzic sporadisch seine alte Klasse aufblitzen ließ. Nach den jüngsten Transfers droht dem Werksklub nun ein Team voller Namenloser. Eine Entwicklung, die in der Zentrale des Weltkonzerns ein gewisses Naserümpfen verursachen dürfte. Immerhin ist die kostspielige Fußball-Abteilung auch ein wichtiger Werbeträger von VW.

Magath ließ sich - wie immer - von all den Spekulationen nicht irritieren. Der Coach bereitete seinen neuen Kader auf das neuntägige Trainingslager ab Samstag in Dubai vor. „Deshalb haben wir über Weihnachten auch gearbeitet, um die Transfers vor dem Trainingslager weitgehend zu vervollständigen, damit wir im Trainingslager zusammen arbeiten können“, sagte Magath und deutete an, dass der Kaufrausch allmählich beendet sein dürfte.

In dem 24 Jahre alten Felipe Lopes und dem 20 Jahre alten Ibrahim Sissoko lotste der einstige Meistermacher am Donnerstag die Winter-Neuzugänge Nummer sechs und sieben nach Wolfsburg. Zuvor wurden bereits Vieirinha (PAOK Saloniki), Slobodan Medojevic (Vojvodina Novi Sad), Ferhan Hasani (Skendija Tetovo), Petr Jiracek (Viktoria Pilsen) und Giovanni Sio (FC Sion) in die Autostadt geholt.

Im Trainingslager muss sich der VfL auf ein babylonischen Sprachengewirr einstellen, handelte es sich bei den Neuen doch um einen Serben, einen Mazedonier, einen Tschechen, einen Brasilianer, einen Portugiesen sowie einen Ivorer und einen Frankreich-Ivorer. Dennoch glaubt Magath fest an eine gute Verständigung. „Das werden wir auch noch hinbekommen, da bin ich mir ganz sicher“, sagte der Großeinkäufer.

Hoch interessant bleibt, wen Magath bis zum Rückrunden-Start abgeben will. Mittelfeldspieler Thomas Kahlenberg wurde am Donnerstag an den französischen Erstligisten FC Evian TG ausgeliehen. Vor dem Absprung stehen nach wie vor die Stürmer Patrick Helmes, der nur noch bei der Zweitvertretung mittrainiert, sowie Srdjan Lakic, der Interesse bei Liga-Konkurrent VfB Stuttgart geweckt hat.

sid

Rubriklistenbild: © dpa

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