Holländer und Italiener besuchen Auschwitz

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Die Niederländer Joris Mathijsen, Dirk Kujt, Arjen Robben und Mark van Bommel (v.l.) in der KZ-Gedenkstätte in Auschwitz.

Auschwitz - Zwei Tage vor dem Auftakt der Fußball-EM haben italienische und niederländische Spieler das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau besucht und dort den Opfern des Holocausts gedacht.

 Italiens Mannschaftskapitän Gianluigi Buffon legte einen Kranz in den Verbandsfarben nieder, einige seiner Teamkollegen zündeten Kerzen an. Bei den emotionalen Erzählungen von KZ-Überlebenden sollen laut der Nachrichtenagentur ANSA einige italienische Profis geweint haben. „So eine Grausamkeit darf nie wieder geschehen. Was hier passiert ist, geht nicht nur ein paar Leute an. Es betrifft die ganze Menschheit. Ihr Schmerz ist unser Schmerz“, schrieben die Italiener in das Besucherbuch der Gedenkstätte.

Die Squadra Azzurra hat für Zeit der EM in Polen und der Ukraine ihr Quartier im polnischen Krakau bezogen. Bei der Rückkehr am Nachmittag absolvierte der viermalige Weltmeister sein zweites Training. Auch Spieler aus dem niederländischen Nationalteam besuchten am Mittwoch das ehemalige Konzentrationslager und schauten sich dabei unter anderem die Gaskammern an, in denen zurzeit der Nazi-Diktatur viele Menschen ihr Leben lassen mussten.

Zwischen 1940 und der Befreiung durch die Sowjetarmee am 27. Januar 1945 waren in Auschwitz insgesamt rund 1,3 Millionen Menschen ums Leben gekommen. „Es ist nicht zu beschreiben, was hier passiert ist. Wir dürfen das niemals vergessen“, sagte Oranje-Abwehrspieler John Heitinga.

Holländer und Italiener besuchen KZ-Gedenkstätte in Auschwitz

Holländer und Italiener besuchen KZ-Gedenkstätte in Auschwitz

Ähnlich äußerte sich Kapitän Mark van Bommel: „Vor zwei Jahren während der WM in Südafrika waren wir auch auf Robben Island, wo Nelson Mandela gefangengehalten wurde. Es ist gut, dass wir die Gelegenheit wahrnehmen, wenn wir hier sind“, sagte der Ex-Bayern-Star. Am vergangenen Freitag hatten Deutschlands Kapitän Philipp Lahm sowie die beiden in Polen geborenen Spieler Lukas Podolski und Miroslav Klose mit einer Delegation um DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff und Bundestrainer Joachim Löw Auschwitz besucht.

sid

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