"Hier, der Trainer raucht!"

Stanislwaski: Von Handykameras verfolgt

+
Holger Stanislwaski hat sich noch nicht daran gewöhnt, auf Schritt und Tritt beobachtet zu werden.

Köln - Von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt: Holger Stanislawski zeigt sich angesichts der Erwartungshaltung der Fans seines neuen Arbeitgebers 1. FC Köln erstaunt.

„Diese Wucht hat mich schon überrascht. Wenn du zweimal gewinnst, wirst du auf Händen durch die Stadt getragen. Und wenn du zweimal verlierst, hast du das Gefühl, der Dom ist eingestürzt“, sagte der Trainer des Bundesliga-Absteigers der „Sport Bild“ (Mittwoch).

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie und eine Katze

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Jeder in der Stadt sei mit dem FC infiziert, meinte Stanislawski. „Hier springt einer aus dem Gebüsch, um dich zu fotografieren. Der Nächste

verfolgt dich mit dem Motorrad“, ergänzte er. Er könne kaum verbergen, dass er Raucher sei. „Dabei bin ich aus dem Alter raus, in dem ich mich irgendwo unter ein Auto rolle.“ Eigentlich, so Stanislawski weiter, habe er gedacht, er könne sich „dezent irgendwo hinstellen, ohne dass gleich einer mit einer Handykamera kommt und schreit: Hier, der Trainer raucht!“

Trotz nur eines Zählers aus den bisherigen beiden Zweitligaspielen vertraut der Coach seiner neuen Mannschaft. „Solange sie alles geben, mache ich alles für meine Spieler.“ Eine „Brandrede“ brauche der Verein „im Moment noch nicht. Wir wissen, was diese Art von Umbruch bedeutet“, meinte Stanislawski zu dem neu formierten und stark verjüngten FC-Kader. Der Verein habe Kosten gesenkt, Spieler aussortiert „und einen drastischen Schnitt gemacht wie kein anderer Proficlub in Deutschland“.

dpa

Kommentare