Das ist die Hoffenheimer Beschallungs-Anlage

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Das ist die Beschallungsanlage

Hoffenheim - Im Beschallungs-Skandal bei 1899 Hoffenheim hat sich Dietmar Hopp hinter den Mitarbeiter gestellt, der die Lautsprecher-Anlage eingesetzt haben soll. Diese ist inzwischen auf einem Foto zu sehen.

In einem Interview auf der Internet-Seite der “Rhein-Neckar-Zeitung“ am Mittwoch sagte Hopp: “Keine Frage, er hat der TSG Hoffenheim einen Bärendienst erwiesen. Aber wenn er seinen Arbeitsplatz verliert, wäre ich todunglücklich.“

Zu den Anfeindungen durch gegnerische Fans erklärte Hopp: “Diese Leute sollten mal darüber nachdenken, wie es ist, vor 30.000 im Stadion und Millionen Fernsehzuschauern als 'Sohn einer Hure' beschimpft zu werden.“ Seine Mutter sei eine herzensgute Frau gewesen. “Es tut weh, so beleidigt zu werden.“

Weitere Spiele betroffen

Neben dem Spiel gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund (1:0) soll der Mitarbeiter der TSG schon bei vier weiteren Begegnungen in der vergangenen Saison die Lautsprecher-Apparatur aufgebaut haben. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Vorermittlungen eingeleitet, wie ein DFB-Sprecher der Nachrichtenagentur dapd mitteilte. Außerdem sei Hoffenheim zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert worden.

Hoffenheim räumt Beschallung bei weiteren Spielen ein

Der Verein räumte am Dienstag ein, dass eine entsprechende Apparatur von einem Mitarbeiter auch bei den Heimspielen in der Saison 2010/2011 gegen Köln (19. Februar), Mainz (26. Februar), Dortmund (12. März) und Frankfurt (16. April) in Stellung gebracht wurde. Es seien aber nicht bei jeder Partie Signaltöne ausgestrahlt worden. Die Akustik-Anlage wurde inzwischen der Polizei übergeben. Der Vereinsangestellte sagte gegenüber der Polizei aus, er habe die Anlage zusammen mit einem Bekannten installiert.

Bei der Heidelberger Polizei gingen bis Dienstagnachmittag fünf Anzeigen und fünf Hinweise von Fans per E-Mail ein, sagte Sprecher Harald Kurzer. Bei allen Anzeigen gehe es um Körperverletzung. Die Einsatzleitung der Polizei hätte die Lautsprecheranlage beim Spiel nicht wahrgenommen, erklärte Kurzer. Gut möglich sei jedoch, dass Beamte im Bereich der Gästefanbetreuung den Apparat gesehen hätten. Im Stadioninnern werde die Polizei jedoch nur in Notfällen tätig.

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Hopp hat nichts gewusst, aber Verständnis

Vereinsmäzen Dietmar Hopp sagte, er habe von den Vorgängen nichts gewusst. “Ich weiß bis heute nicht, wovon die Rede ist“, wird der milliardenschwere Unternehmer von der “Bild“-Zeitung (Dienstagsausgabe) zitiert. Am Dienstagnachmittag äußerte Hopp unter Hinweis auf Aggressionen gegen seine Person gleichwohl Verständnis für den Verursacher: “Der Mann hat halt noch irgendwo ein Gerechtigkeitsgefühl. Das er über das Ziel hinausgeschossen ist - okay“, sagte Hopp dem Kurpfalz Radio.

Am Samstag hatte ein Lautsprecher unterhalb der Tribüne des Dortmunder Fan-Blocks Störsignale ausgestrahlt. Damit sollten die Schmähgesänge gegen Hoffenheims Mäzen Hopp übertönt werden. Am Montag hatte ein Hoffenheimer Vereinsmitarbeiter die alleinige Verantwortung für die Aktion übernommen.

Fans berichten von mehreren Verantwortlichen

Aussagen von Augenzeugen lassen jedoch Zweifel an der Hoffenheimer Version aufkommen, wonach es sich um einen Einzeltäter gehandelt haben soll. Thilo Danielsmeyer vom Dortmunder Fanprojekt sagte der dapd, es habe jemand hinter dem Tor gesessen und Zeichen gegeben, sobald Schmährufe ertönten. Dann sei der Signalton ausgelöst worden. “Das Gerät wurde definitiv von weiter weg bedient“, sagte Danielsmeyer. Auf hochauflösenden Fotos, die von der Dortmunder Fanseite schwatzgelb.de der dapd zur Verfügung gestellt wurden, sind drei Personen direkt neben der Lautsprecheranlage zu erkennen.

dapd

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