Last-Minute-Treffer

Hoffenheim gegen Fürth: Spektakuläres Remis

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Fürths Trainer Mike Büskens (r) jubelt mit seinen Spielern über das Tor zum 3:3-Ausgleich in der Nachspielzeit (90.+3).

Sinsheim - Mit einem Last-Minute-Treffer hat die SpVgg Greuther Fürth den ersten Sieg der TSG 1899 Hoffenheim seit dem fürchterlichen Autounfall von Boris Vukcevic verhindert.

Lasse Sobiech (90.+3 Minute) sorgte beim spektakulären 3:3 (1:1) am Freitagabend für den späten Ausgleich. Roberto Firmino (8.) und Joselu (67./89.) schossen vor 22 150 Zuschauern in der Rhein-Neckar- Arena das Heimteam jeweils in Führung, Zoltan Stieber (39.) und Edgar Prib (84.) trafen zudem für Fürth. Der Aufsteiger kletterte mit nun fünf Punkten zumindest vorübergehend am VfL Wolfsburg vorbei auf Platz 17, Hoffenheim bleibt nach der dritten sieglosen Partie in Serie im Mittelfeld.

„Ich glaube, meine letzte Aktion war gesundheitsgefährdend“, meinte Fürths Trainer Mike Büskens zu seinem Jubelsprint zum Torschützen des 3:3. „Die Moral war fantastisch, wir haben auch guten Fußball gespielt. Dass wir uns belohnt haben, ist perfekt.“ Hoffenheims Manager Andreas Müller war hingegen sichtlich bedient: „Ich bin wahnsinnig enttäuscht, wenn man kurz vor Schluss das 3:3 bekommt. Wir müssen einfach konsequenter sein.“

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In der Hoffenheimer Fankurve hing erneut ein großes Bild von Vukcevic, die Gäste wärmten sich in T-Shirts mit der Nummer 7 und dem Schriftzug „Boris“ auf: Auch drei Wochen nach dem Unfall des 22-Jährigen, der nicht mehr in Lebensgefahr schwebt, bestimmte die Anteilnahme am Schicksal des Junioren-Nationalspielers die Minuten vor dem Anpfiff.

Die Fürther legten temporeich los und setzten das Heimteam früh unter Druck. Nach einem feinen Pass von Sercan Sararer drosch Edu den Ball aus 13 Metern unbedrängt über das Tor (5.). Einen zu schwachen Versuch des Brasilianers zwei Minuten später hielt Hoffenheims umstrittener Torwart Tim Wiese, der nach einmonatiger Pause wegen einer Adduktorenverletzung zurückkehrte, ohne Mühe.

Seine Vorderleute präsentierten sich ohne die gesperrten Sejad Salihovic und Daniel Wiliams im Anschluss an die erste Fürther Drangphase zunächst konzentriert und setzten die Gäste früh unter Druck. Aus halblinker Position zirkelte Sebastian Rudy einen Freistoß in den Strafraum des Aufsteigers, wo Firmino völlig freistehend aus sechs Metern den Ball durch die Beine von Max Grün köpfen durfte.

Ansonsten prägten lange viel Leerlauf, reichlich Ballverluste und nur ganz wenig Höhepunkte das Geschehen. Beide Teams präsentierten sich engagiert, agierten aber meist zu hektisch. Erst Prib riss die Partie aus der Lethargie. Den satten Schuss des Fürthers wehrte Wiese noch zur Seite ab, aus kurzer Distanz ließ Stieber dem früheren Nationaltorwart keine Chance und beendete die Fürther Torflaute nach 583 Minuten. „Wir haben verpasst, den Druck aufrechtzuerhalten und deshalb wurden wir bestraft“, bemängelte 1899-Verteidiger Williams.

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Nach einer Stunde hallten die ersten lauteren Pfiffe durch die halbleere Arena. Auch im zweiten Abschnitt blieb das Niveau mäßig, die Franken übernahmen das Kommando. Doch der Gäste-Keeper besorgte den Weckruf für die Kraichgauer. Grün rutschte nach 63 Minuten beim Abschlag weg und spielte den Ball direkt zu Kevin Volland, der das Geschenk allerdings nicht annahm und an Grün scheiterte.

Wenig später machte es der U 21-Nationalspieler besser. Energisch ergrätschte sich Volland den Ball im Mittelfeld, passte den Ball maßgenau in den Lauf von Joselu, der eiskalt abschloss. Der eingewechselte Vincenzo Grifo (77.) verpasste mit einem Lattenkracher die Entscheidung, stattdessen zirkelte Prib sieben Minuten später den Ball zum 2:2 genau ins Eck. Joselu ließ Hoffenheim dann wieder jubeln, doch erst Sobiech sorgte per Kopf nach einer Ecke Sekunden vor dem Ende für den Schlusspunkt. „Das ist einfach deprimierend, bitter“, meinte Tim Wiese.

Von Ulrike John

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