Präsident spricht über Martinez-Probleme

Hoeneß: "Es sieht bei Martinez nicht so gut aus"

+
Uli Hoeneß

München - Platzt der Wechsel mit Javi Martinez zum FC Bayern München doch noch auf den letzten Metern? Uli Hoeneß zeigt sich in einer neuen Äußerung pessimistisch.

Der Rekord-Wechsel von Javier Martínez zum deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern München droht nach langem Tauziehen doch noch zu platzen. „Es sieht im Moment nicht so gut aus, dass der Transfer klappt“, erklärte Bayern-Präsident Uli Hoeneß am Mittwoch dem TV-Sender n-tv. Grund sei das Verhalten des spanischen Clubs Athletic Bilbao, bei dem der defensive Mittelfeldakteur unter Vertrag steht. „Weil die Leute in Bilbao sehr, sehr stur sind und offensichtlich alle Möglichkeiten ausnutzen, um den Transfer zu verhindern“, sagte Hoeneß - ohne Einzelheiten zu nennen.

„Wir würden diesen Transfer gerne machen“, hatte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge noch am Dienstag bekräftigt. „Wir sind bereit, die Ablösesumme - auch wenn sie sehr, sehr hoch ist - zu bezahlen, weil wir überzeugt sind, dass dem FC Bayern der Spieler sehr gut zu Gesicht stehen würde.“ Die Münchner hatten eingewilligt, die „Buy-out-Klausel“ im Vertrag von Martínez, die sich auf 40 Millionen Euro belaufen soll, zu leisten.

Die wichtigsten Sommer-Transfers auf einen Blick

Die wichtigsten Sommer-Transfers auf einen Blick

„Wirtschaftlich können wir uns das leisten. Und dafür haben wir jahrzehntelang hier gearbeitet, dass man auch so einen Transfer nicht in die Kreditabteilung geben muss“, hatte Präsident Hoeneß in der vergangenen Woche klar gemacht. Wunschspieler Martinéz habe eingewilligt, für die kommenden fünf Jahre „auf relativ viel Geld zu verzichten, so dass die Ablösesumme sich in toto mindestens um acht bis zehn Millionen reduzieren würde“, rechnete Hoeneß nun vor.

„Das wäre natürlich immer noch ein Wahnsinnsbetrag“, betonte Hoeneß mit Blick auf die Transfersumme, die in der langen Bundesliga-Geschichte einen Rekordwert bringen könnte. „Aber wir sind bewusst bereit gewesen, das zu machen, oder wären bereit, das zu machen, weil wir das Gefühl haben, dass wir auf der Position richtige Probleme haben.“

Nun liege alles allein in den Händen der Vereinsoberen von Bilbao. „Wenn der Herr Präsident von Bilbao, der Kollege, bereit wäre, einen Transfervertrag zu machen, dann könnte er relativ schnell 40 Millionen bekommen“, warb Hoeneß noch einmal. „Aber er ziert sich.“

Allerdings stand Martínez - wie auch Teamkollege Fernando Llorente - nicht im Aufgebot von Bilbao für das Playoff-Spiel in der Europa League am Donnerstag gegen HJK Helsinki. Die abwanderungswilligen Spieler waren auch am Wochenende gegen Betis Sevilla nicht berücksichtigt worden und nahmen am Mittwoch nicht am Training teil.

Mehr zum Thema Javi Martinez finden Sie bei unserem Partnerportal vor Ort, tz-online, auf einer Sonderseite.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare