Bundestrainer sieht Badstuber innen

Hoeneß: Klare Worte Richtung Löw

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Bundestrainer Joachim Löw

München - Vor dem Treffpunkt der Nationalmannschaft am Montagabend in Frankfurt/Main hat Bayern-Präsident Uli Hoeneß von Bundestrainer Joachim Löw einen anderen Umgang mit seinen Spielern gefordert.

Absagen gab es für Joachim Löw trotz kleinerer Blessuren bei Thomas Müller und Philipp Lahm am Sonntag zunächst einmal nicht, dafür eine klare Ansage von Uli Hoeneß: Der Präsident von Fußball-Rekordmeister Bayern München hat den Bundestrainer einmal mehr zu einem härteren Umgang mit seinen Nationalspielern aufgefordert.

Löw müsse „mehr Druck machen, nicht immer nur auf gute Laune“, sagte Hoeneß vor den beiden wichtigen WM-Qualifikationsspielen der deutschen Nationalelf am 12. Oktober (20.45 Uhr MESZ/ZDF) in Dublin gegen Irland und am 16. Oktober (20.45 Uhr/ARD) in Berlin gegen Schweden im Spiegel-Interview mit aller Deutlichkeit.

Kurz vor der EM in Polen und der Ukraine sei im Kreis der Nationalmannschaft „ja nur noch darauf geachtet worden, zu welchem Formel-1-Rennen man noch alles fahren sollte, damit die Spieler bei Laune gehalten wurden. Ständig ging es in der Vorbereitung darum, welche Tischtennisplatte wohin geflogen werden musste, möglichst noch auf den Mont Blanc. Manchmal ist weniger mehr“, monierte Hoeneß (60), der zuletzt schon betont hatte, dass Löw sein Verhalten gegenüber den Spielern überdenken müsse. Der DFB wollte sich am Sonntag auf SID-Anfrage zu dem Thema nicht äußern.

Löw war ohnehin wichtiger, dass die beiden Bayern-Stars Müller, der am Samstag beim 2:0 gegen Hoffenheim eine Risswunde unter dem Auge erlitt, und Kapitän Lahm (starke Prellung am linken Schienbein) am Montagabend zum Treffpunkt der DFB-Auswahl nach Frankfurt/Main anreisen werden. Nachdem der Dortmunder Ilkay Gündogan kurz nach der Nominierung am Freitag wegen einer Rückenverletzung hatte passen müssen, erwartet Löw bis spätestens 23.00 Uhr in der „Villa Kennedy“ 21 Spieler.

Zum Kader gehört erstmals seit der EM auch wieder Mittelfeldchef Bastian Schweinsteiger und in Miroslav Klose erneut nur ein echter Angreifer. Während sich der Sturm der DFB-Auswahl dadurch von selbst aufstellt, muss Löw in Irland in der zuletzt ohnehin nicht stabilen Abwehr wieder einmal improvisieren.

Lahm (28), der gegen Hoffenheim vor den Augen des Bundestrainers trotz Verletzung 90 Minuten durchhielt, ist gegen das Team von Giovanni Trapattoni gesperrt. Er war in den beiden Auftaktspielen auf dem Weg nach Brasilien 2014 gegen die Faröer (3:0) und in Österreich (2:1) jeweils verwarnt worden.

Der Münchner wird trotzdem auf die grüne Insel mitfliegen, „damit er die Mannschaft mit seiner Einstellung unterstützen kann“, sagte Löw und nannte als Alternative für die rechte Abwehrseite Jerome Boateng vom FC Bayern oder auch Mittelfeldspieler Lars Bender (Bayer Leverkusen). „Wir werden sehen, wie wir diese Position besetzen“, fügte Löw an.

Sorgen bereitet dem 52-Jährigen aber auch die linke Abwehrseite, da der Dortmunder Marcel Schmelzer zuletzt in Wien eine ganz schwache Leistung gezeigt hatte. Löw vertraut dem 24-Jährigen aber dennoch weiterhin. Eine Notlösung wie derzeit beim FC Bayern wäre auch Holger Badstuber, „aber er hat nicht die Offensivkraft wie Marcel. Dauerhaft sehe ich Holger in der Innenverteidigung.“ Deshalb, räumte Löw ein, dass man auf den Außenpositionen der Viererkette „schon einen gewissen Engpass“ habe.

Der soll sich aber nicht bemerkbar machen - von Löw gab es für die beiden Spiele eine klare Vorgabe: „Wir werden die Spiele so angehen, dass wir mit sechs Punkten in die Winterpause der Qualifikation gehen.“ Bei den wenigen Trainingseinheiten bis zum Spiel in Dublin will er besonderes Augenmerk auf das offensive Pressing legen, das in Österreich überhaupt nicht geklappt hat.

„Wir haben die richtigen Schlüsse aus dem Spiel gezogen. Da haben wir sehr viele Fehler gemacht, was die Ordnung und das Spiel nach vorne angeht. Das gilt es zu beheben. Wir müssen uns stabilisieren“, betonte der DFB-Coach.

sid

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