Bayern-Präsident: Nicht einlullen lassen!

Hoeneß: "Müssen sofort Vollgas geben"

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Uli Hoeneß

Berlin - Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat den Rekordmeister vor der Gefahr gewarnt, „dass wir uns einlullen lassen, etwa von nicht so namhaften Gegnern wie Pilsen“.

Erst Sportvorstand Matthias Sammer, nun Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge: Bayern Münchens Bosse haben vor dem Beginn der englischen Wochen den Triple-Gewinner mit mahnenden Worten zur höchsten Konzentration und Top-Leistungen aufgefordert. Mit Vollgas soll es beim Fußball-Rekordmeister in den heißen Herbst gehen, ab dem Heimspiel am Samstag gegen Hannover 96 (15.30 Uhr/Sky). Die Personalsorgen im Mittelfeld werden als Ausrede nicht zugelassen.

„Wir müssen sofort Vollgas geben und so hungrig zu Werke gehen, wie wir das vorige Saison phänomenal gemacht haben“, sagte Hoeneß in der Bild-Zeitung. Rummenigge unterstrich: „Jetzt kommt die Phase, wo du dir keine Schwächen erlauben kannst.“ Sammer hatte dies zuvor ebenfalls deutlich gemacht.

Der Ausrutscher in Freiburg (1:1) hat den Verantwortlichen überhaupt nicht geschmeckt und soll doch bitteschön eine Ausnahme bleiben. Es war kein „Betriebsunfall“, sagte Sammer, „es war leichtsinnig, entsprechend ist es ärgerlich.“ Zur „Tagesordnung“ könne man da nicht übergehen.

Die teils langwierigen Blessuren von Mario Götze (Ausfallzeit: noch zwei bis drei Wochen), Javi Martinez (drei bis vier Wochen), Thiago (zwei Monate) und Jan Kirchhoff (ungewiss) dürften nach seiner Meinung „nicht dazu führen, dass wir in dieser Phase der Saison ins Weinerliche verfallen und sagen, der eine oder andere Spieler kann nicht zwei oder drei englische Wochen spielen.“ Rummenigge gab gleichwohl zu, dass den Münchnern die Verletzungen „durchaus wehtun“. Ein Alibi seien die Ausfälle aber nicht, stellte Sammer klar.

Zumindest die Rückkehr von Bastian Schweinsteiger, der wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist, steht kurz bevor. „Ich hoffe, dass er am Samstag spielen kann“, sagte Rummenigge. Am Donnerstag hatte Schweinsteiger, der wegen einer Verletzung am Sprunggelenk die Länderspiele gegen Österreich und auf den Färöern abgesagt hatte, nach Aussage von Mannschaftskollege Arjen Robben „ganz normal“ trainiert.

Gegen Hannover und am Dienstag mit dem Champions-League-Auftakt gegen ZSKA Moskau beginnt für die Münchner der gewohnt anstrengende Rhythmus. Hoeneß freut sich darauf, der FC Bayern sei dann „immer besonders stark“. Insgesamt sieben Spiele stehen in den kommenden drei Wochen an. „Wir kommen jetzt in den heißen Herbst“, sagte Rummenigge bei fcb.tv. Robben findet, „die englischen Wochen sind gut für uns“. Auch, um die Spielidee von Trainer Pep Guardiola weiter zu verinnerlichen - denn noch immer, meint Robben, sei man „in einem Prozess.“

Hoeneß sieht allerdings „die Gefahr“, sich von wenig namhaften Gegnern „einlullen“ zu lassen. Rummenigge ergänzte, dass Hauptkonkurrent Borussia Dortmund im letzten Spieljahr genau in der bevorstehenden Phase Punkte liegengelassen habe und das „nicht mehr aufholen konnte. Das sollte uns eine Warnung sein.“

Die Fehler des BVB will der Champions-League-Sieger also nicht wiederholen, doch ansonsten blendet der Ligakrösus den Rivalen vorerst aus. „Dortmund ist für uns nicht das Wichtigste, wir müssen uns mit uns selbst beschäftigen“, sagte Robben. Und daher ist für den niederländischen Flügelstürmer auch nicht vorrangig relevant, dass der FC Bayern in der Bundesliga möglichst bald wieder die Tabellenführung innehat. „Man will natürlich spitze sein - und das kannst du nur, wenn du gewinnst“, betonte er. Siege seien vor allem anderen das Ziel - zuerst gegen Hannover. Mit Vollgas.

sid

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