Präsident spricht auch über Transferpolitik

Hoeneß: HSV hat mehr Potenzial als Dortmund

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Uli Hoeneß (r.) neben Joachim Löw

München - Uli Hoeneß fordert von Bundestrainer Joachim Löw einen härteren Umgang mit seinen Nationalspielern. Zudem spricht er über den HSV, macht ein Martinez-Geständnis und äußert sich zur Transferpolitik.

 „Ich glaube, dass nach dieser EM auch Jogi Löw sein Verhalten gegenüber den Spielern dringend überdenken muss. Nur wenn die Profis (...) etwas härter angefasst werden, kann der Bundestrainer auch die letzten fünf Prozent aus ihnen herauskitzeln“, sagte Hoeneß dem Magazin 11Freunde (Oktober-Ausgabe).

Hoeneß ist allerdings sicher, dass Löw aus dem Halbfinal-Aus bei der EM diese Lehre bereits gezogen hat. „Die flachen Hierarchien werden zukünftig nicht mehr ganz so flach sein. Viele Spieler werden nicht mehr so weich fallen, wenn sie Mist bauen. Ich bin sicher, dass Löw das auch bewusst geworden ist“, sagte er.

Unabhängig vom aktuellen Zustand der Nationalmannschaft sieht der langjährige Bayern-Macher für den deutschen Fußball eine rosige Zukunft. Die Bundesliga werde in zehn Jahren „Europa beherrschen“, sagte der 60-Jährige - und die englische Premier League überflügelt haben, „wenn, ja wenn Financial Fairplay in vollem Umfang greift“. Deutschland biete dafür bessere Voraussetzungen „als jedes andere Land in der westlichen Welt“.

Insgesamt schätzt Hoeneß den Fußball aber so, wie er ist - vor allem auch ohne technische Hilfsmittel. Die diskutierte Einführung der Torkamera sei „vielleicht gerade noch“ darstellbar, meinte er, „aber dann muss gnadenlos Schluss sein. Es darf nie passieren, dass alle Faktoren eines Fußballspiels überprüfbar sind. Der Fußball muss sich die totale Unsicherheit bewahren.“

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Hoeneß konnte sich zudem eine Stichelei gegen Meister Borussia Dortmund erneut nicht verkneifen. Nicht Dortmund, sondern der Hamburger SV ist laut Hoeneß „der einzige Klub, der es von der Stadt und vom Umfeld schaffen könnte, langfristig dem FC Bayern ebenbürtig zu sein. Ein Global Player, aber leider ist der Verein durch das Mitspracherecht der Supporters nicht so recht handlungsfähig“.

Ganz anders als Hoeneß' Bayern, die sich sogar den 40 Millionen Euro teuren Javi Martinez leisten konnten. „Da habe ich mich voll auf Jupp Heynckes und Matthias Sammer verlassen. Ich habe mir den Spieler bewusst nicht angesehen“, gesteht Hoeneß: „Dennoch sollten die Leute nicht annehmen, dass nun auch beim FC Bayern der Automatismus des Wahnsinns greift. Die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den nächsten zehn Jahren noch mal einen so teuren Transfer machen, ist ziemlich gering.“

sid

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