Heynckes im Interview: "Stars liegen im Bett"

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Jupp Heynckes plagen Verletzungssorgen

Manchester - Im Interview nach der Niederlage bei ManCity wehrt sich Bayern-Trainer Jupp Heynckes gegen die Bezeichnung "B-Team" und rechtfertigt seine Aufstellung.

Herr Heynckes, Sie haben gegen Manchester City mit einer B-Mannschaft 0:2 verloren. Wieso haben Sie Ihre Stars geschont?

Jupp Heynckes (Trainer FC Bayern München): B-Team gefällt mir überhaupt nicht. Das war eine Lizenzspielermannschaft, es waren von Anfang an sieben aktuelle Nationalspieler auf dem Spielfeld. Aus den bekannten Gründen, dass viele Stammspieler erkrankt waren, musste ich einfach was verändern. Zudem finde ich, dass die Mannschaft heute kämpferisch überzeugt hat. Sie hatte in dieser Zusammenstellung noch nie gespielt.

Können Sie die Fans verstehen, wenn sie enttäuscht sind, dass sie ihre Stars nicht gesehen haben?

Heynckes: Die Stars liegen im Bett.

Ein paar waren hier.

Heynckes: Soll ich die einsetzen? Warten Sie doch einmal ab, ob Mario Gomez oder Thomas Müller am Sonntag gegen Stuttgart spielen können. Der Internist hat da große Bedenken.

Rechnen Sie mit Arjen Robben und Toni Kroos wieder in Stuttgart?

Heynckes: Das kann ich aus der Ferne nicht sagen. Beide nehmen Antibiotika. Daran können sie schon sehen, wie ernst das ist. Mario (Gomez, d. Red.) hat es mit den Bronchien, das ist auch sehr bedenklich. Ich hoffe, dass von den Fünfen einige spielen können.

Wie beruhigt ist man als Trainer, wenn man im Vorfeld weiß, dass man es sich leisten kann zu verlieren?

Heynckes: Ja, nur: Wenn die Konstellation nicht so gewesen wäre, hätte ich natürlich einen Franck Ribéry, einen Manuel Neuer oder einen Philipp Lahm spielen lassen. Ich habe heute auch gesehen, dass, wenn wir hätten gewinnen müssen und wir komplett gewesen wären, der FC Bayern in der Lage gewesen wäre, hier zu gewinnen.

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Haben Sie die Spieler auch schon im Hinblick auf das Spiel in Stuttgart geschont?

Jupp Heynckes: Ich habe mir vor dem Spiel mehrere Gedanken gemacht. Zum einen, dass die Spieler erkrankt waren. Zum anderen sind in dieser Saison einige Spieler auch dann nicht zum Einsatz gekommen, wenn wir zum Beispiels samstags 4:0, 5:0 oder 7:0 gewonnen haben. Und die haben trotzdem sonntags absolut top und professionell gearbeitet und trainiert. Das ist nicht immer selbstverständlich. Das war auch für die Spieler eine Belohnung. Zudem war es für Jörg Butt vielleicht die letzte Gelegenheit, noch einmal international zu spielen. Wichtig ist für mich, dass wir in einer sehr starken Gruppe Erster geworden sind und jetzt im Achtelfinale zunächst ein Auswärtsspiel gegen einen Gruppenzweiten haben. Das ist genau das, was wir angestrebt hatten.

Der Gruppenzweite könnte der AC Mailand sein oder der FC Basel, der Manchester United rausgeschmissen hat. Wer ist der Wunschgegner?

Heynckes: Es gibt kein Wunschdenken. Basel hat nicht so einen klangvollen Namen wie Milan, aber vielleicht sind sie viel schwieriger zu besiegen. Wir nehmen es so, wie es kommt. Wenn Bastian Schweinsteiger wieder gesund ist und alle Spieler fit sind, dann haben wir so eine starke Mannschaft, dass wir gegen jeden Gegner gewinnen können.

Neben Manchester City ist auch Manchester United nach der Niederlage in Basel nicht mehr in der Champions League vertreten. Mussten Sie ein bisschen schmunzeln?

Heynckes: Schmunzeln nicht. Manchester City musste davon ausgehen, dass Neapel in Villarreal gewinnt. Und man weiß doch, wie Basel in der Vergangenheit im Europapokal gespielt hat. Das ist eine Mannschaft, die über sich hinauswachsen kann. Das hat sie heute gezeigt. Zudem ist Manchester United in dieser Saison nicht so stark.

aufgezeichnet von Jan Reinold in der Mixed Zone

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