Heynckes: Brisantes Wiedersehen mit Ballack

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In Leverkusen waren Michael Ballack und Jupp Heynckes nicht immer einer Meinung

München - Am Samstag kehrt Michael Ballack nach München zurück. Der 34-Jährige feiert dabei auch ein Wiedersehen mit Jupp Heynckes, mit dem er bei Bayer Leverkusen nicht gerade das beste Verhältnis hatte.

Jupp Heynckes ist derzeit tiefenentspannt. Sportlich läuft es mit Bayern München rund - und auch das sonst sehr kritische Münchner Umfeld gibt Ruhe. Noch vor wenigen Monaten erlebte der 66-Jährige bei Bayer Leverkusen eine andere Phase: Die ständigen Fragen zu Michael Ballack nervten Heynckes gehörig. Am Samstag (18.30 Uhr/Sky und Liga total!) feiert der Bayern-Coach nun ein brisantes Wiedersehen nicht nur mit seinem Ex-Klub, sondern auch mit Ballack.

Besonders freundschaftlich dürfte das Zusammentreffen nicht ausfallen. Zu groß war am Ende die Kluft zwischen Heynckes und seinem Star. Für Ballack könnte die Rückkehr nach München ohnehin bitter werden. Nach seiner schlechten Leistung zuletzt beim 1:4 gegen den 1. FC Köln droht dem 34-Jährigen bei Bayer einmal mehr die Ersatzbank.

Dass er möglicherweise schon „am fußballerischen Lebensabend“ angekommen ist, wie zuletzt Franz Beckenbauer süffisant anmerkte, will Ballack aber (noch) nicht wahrhaben. „Ich werde weitermachen, solange ich mithalten kann und es Spaß macht. Ich bin immer noch ehrgeizig und will spielen“, sagte der 98-malige Nationalspieler zuletzt, ließ aber immerhin durchblicken, sich schon mit einem Ende seiner Laufbahn zu beschäftigen: „Bei mir geht es nicht mehr ums Geld. Ich hatte eine gute Karriere und bin ganz glücklich damit. Für mich ist die Hauptsache, dass ich mich gut fühle und Spaß habe.“

Doch ob es ihm bei Bayer noch so richtig Spaß macht, ist eher fraglich. Selbst sein langjähriger Mentor Rudi Völler , Sportchef in Leverkusen, wollte vor gut drei Wochen einen Verkauf von Ballack nicht mehr länger ausschließen. Es fand sich bis zum Ende der Wechselperiode aber kein Abnehmer für den alternden Mittelfeldstar, der am kommenden Montag 35 wird.

Längst ist Ballack zum Auslaufmodell geworden. In den vergangenen drei Spielen durfte er zwar jeweils von Beginn an ran, doch nach gut einer Stunde war für Ballack stets Schluss. Nachhaltig empfehlen konnte er sich bei seinen Einsätzen ohnehin nicht.

Am Samstag kehrt Ballack nun zum zweiten Mal nach seinem Abschied 2006 nach München zurück - und das mit wenig guten Erinnerungen. Am 17. April dieses Jahres hatte der frühere DFB-Kapitän mit Leverkusen beim Rekordmeister 1:5 verloren. In der Form, in der sich beide Teams aktuell präsentieren, ist ein ähnliches Resultat auch diesmal nicht auszuschließen.

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Für Ballack, zwischen 2002 und 2006 immerhin dreimal Double-Gewinner mit dem FC Bayern, wird es nicht nur ein Wiedersehen mit Heynckes, sondern auch mit seinen ehemaligen Münchner und Nationalmannschafts-Kollegen Bastian Schweinsteiger und Philipp Lahm. Der hatte vom damals verletzten Ballack bei der WM 2010 in Südafrika die Kapitänsbinde übernommen. Laut Lahm sei das Verhältnis zu Ballack aber „nicht so schlecht wie viele glauben“.

Gedanken über den Capitano hatte sich zuletzt sogar Bayern-Präsident Uli Hoeneß gemacht, der Ballack einst von Bayer Leverkusen für 6,3 Millionen Euro nach München gelotst hatte. „Er soll unbedingt versuchen, es noch einmal zu packen. Aber wenn er im Laufe dieser Saison merkt, dass es nicht geht, dann sollte er aufhören“, äußerte Hoeneß.

Immerhin kann sich Ballack der Unterstützung seines früheren Bundestrainers gewiss sein. Jürgen Klinsmann betonte, dass er „die Anerkennung für das, was Michael über zehn, zwölf Jahre für unser Land geleistet hat“ vermissen würde. Die aktuelle Entwicklung und Diskussion um Ballack „tut mir natürlich weh, weil ich den Michael sehr, sehr schätze“. Bei Heynckes ist das wohl weniger der Fall.

sid

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