Heynckes: Ballack soll  Entscheidung überdenken

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Jupp Heynckes (rechts) und Michael Ballack  (links)in gemeinsamen Leverkusener Tagen

München - Bayern-Coach Jupp Heynckes hat Michael Ballack nahegelegt, das DFB-Angebot für ein Abschiedsspiel doch anzunehmen. Er verrät auch, dass er beim FC Bayern das Rotationsprinzip wiederbeleben will.

FC-Bayern-Trainer Jupp Heynckes hat an den ehemaligen Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack appelliert, das Angebot eines Abschiedsspiels vonseiten des DFB anzunehmen. “Ich würde mir wünschen, dass er das noch mal überdenkt. Dass er seinen Groll und seine Enttäuschung beiseiteschiebt“, sagte der 66-Jährige der “Sport Bild“. Ballack sei “ein ganz großer Spieler in der Historie der deutschen Nationalmannschaft. So soll es nicht enden“, führte Ballacks ehemaliger Trainer bei Bayer Leverkusen fort.

Er wird sich denken: “Mensch, ich hätte es doch machen sollen“

Sollte Ballack bei seinem Entschluss bleiben, das Angebot eines letzten Länderspieleinsatzes bei einem Freundschaftsspiel im August gegen Brasilien in Stuttgart nicht anzunehmen, werde er sich nur ärgern: “Er wird sich später denken: Mensch, ich hätte es doch machen sollen“, glaubt Heynckes. Der 98-malige Nationalspieler hatte sich nach langem Hin und Her um seinen Verbleib in der DFB-Elf mit Bundestrainer Jogi Löw überworfen, hätte laut Heynckes aber dennoch einen “großen Abschied“ verdient.

Halbfinale der Königsklasse als Dauerziel

In seiner dritten Amtszeit bei Bayern München plant Heynckes, nach der titellosen Saison 2010/11 wieder an alte Erfolge anzuknüpfen: “Für uns sollte das Ziel sein, immer im Halbfinale der Champions League zu stehen“, forderte der zweimalige Münchner Meistertrainer. Sicherlich seien Nuancen entscheidend für den Erfolg, Heynckes möchte in seiner Arbeit dafür aber die Voraussetzungen schaffen: Er wolle erreichen, “dass die Mannschaft fit ist, dass sie eine Einheit bildet, ein Team ist, das sich nie aufgibt. Das hat frühere Bayern-Mannschaften immer ausgezeichnet.“Seine eigene Rolle sieht der ehemalige Stürmer inzwischen anders als bei seinen ersten Engagements in München von 1987 bis 1991 und 2009: “Ich brauche nicht laut, nicht energisch zu werden“, sagte er. Seine Person stelle genug Autorität dar.

 “Mannschaft finden, die funktioniert“

Von dem Vorwurf, er würde auf das Rotationsprinzip setzen, distanzierte sich der Bayern-Coach: “Das ist völliger Quatsch. Richtig ist: Alle kommen dank drei Wettbewerben oft zum Einsatz.“ Zunächst müsse er aber eine Mannschaft finden, die funktioniert: “Dann kann ich natürlich hier und da variieren“. Eine Stammplatzgarantie habe unter ihm allerdings niemand, auch nicht die Superstars Arjen Robben und Franck Ribery.
Zwtl: Petersen in zwei Jahren “ein Vielfaches wert“
Lob fand Heynckes im Gespräch mit der “Sport Bild“ vor allem für Neuzugang Nils Petersen, der in den ersten beiden Testspielen im Rahmen des Trainingslagers mit vier Toren auf sich aufmerksam gemacht hatte. Zwar bedauere er den Abgang von Nationalspieler Miroslav Klose (Lazio Rom): “Aber Petersen ist ein echter Knipser. In zwei Jahren ist er mit Sicherheit ein Vielfaches wert“. Bayern hatte knapp drei Millionen Euro für den Torschützenkönig der Zweiten Liga an Energie Cottbus überwiesen.

dapd

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