Hertha verpasst Babbel einen Maulkorb

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Michael Preetz (li.) und Markus Babbel haben Gesprächsbedarf.

München - Dann wurde es dem Bundesligisten Hertha BSC doch noch zu bunt. Nach dem Hickhack der vergangenen Tage um die Zukunft erhielt Trainer Markus Babbel einen Maulkorb.

Es war ein kurioser Auftritt vor dem Schlüsselspiel. Trainer Markus Babbel durfte zwei Tage vor dem Bundesliga-Duell bei 1899 Hoffenheim nicht mehr über seine persönliche Situation bei Hertha BSC sprechen. Der Klub gestattete nur noch Fragen zur sportlichen Lage, die allerdings auch schwierig genug ist: Sollte der Aufsteiger am Samstag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) verlieren, droht der Sturz in den Abstiegskampf - und der gute Eindruck der Hinserie wäre endgültig dahin.

„Die Jungs wissen, um was es geht. Sie haben mit dem Spiel in Hoffenheim die Chance, eine runde Sache hinzubekommen“, betonte Babbel und beschränkte sich tatsächlich mit seinen Aussagen auf das Sportliche. Spekulationen, seine Mannschaft habe wegen des Theaters um seine Zukunft in den vergangenen Tagen schlecht trainiert, wies der Ex-Profi zurück. „Dann hätten wir eineinhalb Jahre falsch trainiert. Alle haben wie immer konzentriert gearbeitet.“

Doch Fakt bleibt: Seit die Debatte um Babbel in Berlin ausbrach, lief es in der Hauptstadt sportlich nicht mehr nach Plan. Fünf Spiele in Folge sind die Herthaner in der Liga schon ohne Sieg. Für den Chefcoach ist das jedoch kein Grund, in Pessimismus zu verfallen. „Es war ja nicht so, dass wir Grottenkicks hingelegt hätten. Unser Team hat sich gut verkauft, aber wir wollen auch den Bann brechen“, sagte Babbel. Noch liegt der Aufsteiger mit 19 Punkten im Tabellenmittelfeld, doch im Falle einer Niederlage könnte es steil bergab gehen.

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Nach wie vor wird in der Hauptstadt erwartet, dass Babbel seinen im Sommer 2012 auslaufenden Vertrag nicht vorzeitig verlängern will. Der Verein betonte am Donnerstag noch einmal, dass man bis zum Rückrundenstart am 21. Januar dazu eine Erklärung abgeben wolle. Es wird aber auch gemutmaßt, dass Hertha nur noch das Pokalspiel im Achtelfinale am kommenden Mittwoch gegen den 1. FC Kaiserslautern abwarten wird, um dann dem Spuk ein Ende zu machen.

Vor dem Spiel in Hoffenheim plagen Babbel weiter große Probleme in der Hintermannschaft. Die etatmäßigen Innenverteidger Roman Hubnik und Kapitän Andre Mijatovic patzten zuletzt beim 1:2 gegen Schalke. Mijatovic fehlt in Hoffenheim definitiv wegen einer Sprunggelenksverletzung. Wahrscheinlich wird Christoph Janker in die Startelf rücken, zumal Maik Franz wegen seiner Knieverletzung ausfällt.

Einer, der zuletzt noch für Lichtblicke sorgte, war Pierre-Michel Lasogga. Der Youngster feierte am Donnerstag seinen 20. Geburtstag und ließ sich von dem Theater um seinen Trainer nicht beeindrucken. Im Gegenteil, für die kommenden Monate hat sich der U21-Nationalspieler viel vorgenommen und denkt auch über eine Zukunft in der Nationalmannschaft nach - womöglich noch zur EM im kommenden Jahr. „Es ist für jeden deutschen Spieler ein Traum, für sein Land spielen zu dürfen“, sagte Lasogga in einem Interview mit der Berliner Morgenpost.

SID

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