Hertha vermiest 96 den Sprung auf Platz eins

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Andreas Ottl (r.) und seine Herthaner trafen gegen Hannover in der Schlussphase.

Hannover - Hannover hat den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die 96er bringen gegen Hertha ein 1:0 nicht über die Zeit, Berlin profitiert von einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters.

Drei Tage nach dem erfolgreichen Europapokal-Comeback gegen den FC Sevilla kamen die Niedersachsen nicht über ein 1:1 (1:0) gegen Hertha BSC hinaus und erlitten nach zuvor vier Siegen aus vier Pflichtspielen wieder einen Dämpfer. Der Aufsteiger aus Berlin blieb derweil auch im dritten Spiel nach der Rückkehr ins Oberhaus sieglos, feierte durch das Unentschieden aber zumindest einen Achtungserfolg und blieb im Kalenderjahr 2011 auswärts weiter ungeschlagen. Sergio Pinto brachte die Gastgeber in der 33. Minute in Führung, Pierre-Michel Lasogga besorgte Herthas späten Ausgleich (83.).

41.200 Zuschauer in der AWD-Arena sahen eine schwungvolle Anfangsphase, in der beide Mannschaften den Weg nach vorn suchten. Klare Torchancen blieben jedoch zunächst aus. 96-Trainer Mirko Slomka hatte seine Startelf trotz der kräftezehrenden 90 Minuten am Donnerstag beim 2:1 gegen Sevilla unverändert gelassen. So erhielten Jan Schlaudraff und Mohammed Abdellaoue im Angriff erneut den Vorzug vor Torjäger Didier Ya Konan. Die beiden Angreifer ließen ihre Klasse im ersten Durchgang aber nur punktuell aufblitzen.

Zieler im ersten Durchgang beschäftigungslos

So resultierte die erste gute Möglichkeit der Partie aus einer Standardsituation. Nach einer Freistoß-Flanke von Pinto prüfte Karim Haggui Berlins Schlussmann Thomas Kraft (10.). Die guten Offensiv-Ansätze des Hauptstadtklubs wurden mit zunehmender Spieldauer immer seltener. Hannovers Torhüter Ron-Robert Zieler, der am Freitag für die beiden Länderspiele im kommenden Monat gegen Österreich und Polen nominiert worden war, blieb vor der Pause weitgehend beschäftigungslos.

In der Defensive agierten die Berliner hingegen über weite Strecken diszipliniert und ähnlich aggressiv wie bei den mannschaftsinternen Trainings-Reibereien unter der Woche. Hannovers überfallartiges Angriffsspiel griff nur selten. Für die insgesamt aber dennoch verdiente Führung benötigten die Niedersachsen somit Pintos Freistoßqualitäten. Der Mittelfeldspieler traf mit einem platzierten Flachschuss aus gut 25 Metern. Kurz vor der Pause hatten die Berliner dann ihre bis dahin beste Möglichkeit. Raffaels Schuss strich aber über das 96-Tor (43.).

Nach der Pause Chancen auf beiden Seiten

Nach dem Seitenwechsel suchten die Berliner ein wenig konsequenter ihre Chance. Adrian Ramos (62.) und Patrick Ebert (64.) zielten aus aussichtsreichen Positionen aber nicht genau genug. Die Hannoveraner, bei denen Ya Konan nach einer Stunde eingewechselt wurde, zeigten sich wenig beeindruckt und hätten in der nun phasenweise temporeichen Partie durch Konstantin Rausch (67.) und Manuel Schmiedebach (68.) erhöhen können. Doch Hertha blieb ebenfalls dran und wurde durch Lasoggas Treffer belohnt.

Glück für Hertha in der 89. Minute: Ein reguläres Tor nach Freistoß von Christian Pander erkannte das Schiedsrichtergespann nicht an, da Herthas Abwehrspieler Maik Franz angeblich zuvor im Strafraum gefoult wurde.

dapd

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