2. Liga: Kantersieg im Erzgebirge

Hertha BSC rückt Braunschweig auf die Pelle

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Felix Bastians bejubelt seinen Treffer zum 2:0 für Hertha BSC bei Erzgebirge Aue.

Aue - Hertha BSC feiert bei Erzgebirge Aue einen hohen Auswärtssieg und bleibt in der 2. Bundesliga auf Aufstiegskurs. Auch der FC St. Pauli gewinnt, in Sandhausen feiert der Trainer eine geglückte Premiere.

In Cottbus hat's die Braunschweiger Überflieger erwischt - und die Verfolger um Hertha BSC nahmen den ersten Patzer des Tabellenführers dankbar an. Die von Trainer Jos Luhukay wiederbelebten Berliner trumpften am Sonntag in Aue groß auf - beim eindrucksvollen 4:0-Sieg erzielte Adrian Ramos nach 24 Sekunden das schnellste Saisontor in der 2. Fußball-Bundesliga.

Braunschweig hatte 24 Stunden zuvor im Topspiel bei Energie Cottbus die erste Niederlage kassiert. Die Niedersachsen gehen nach der 1:3-Schlappe mit 34 Punkten trotzdem als Primus vor Hertha (32), dem 1. FC Kaiserslautern (31) und Cottbus (28) in die englische Woche. Der Tabellendritte Kaiserslautern ist nach dem 1:0 beim FSV Frankfurt nach 15 Spieltagen die einzige noch ungeschlagene Mannschaft. Den Anschluss an die Aufstiegsplätze büßte der FC Ingolstadt durch ein 1:1 im Heimspiel gegen Sandhausen ein.

Die Berliner erledigten ihren Job in Aue als Blitzstarter. Ramos traf beim ersten Angriff mit dem Kopf. Rekordhalter in der 2. Liga bleibt aber Benjamin Siegert, der 2007 für Wehen in Fürth nach acht Sekunden erfolgreich gewesen war. Nach acht Minuten führte Hertha mit 2:0: Einen Ronny-Freistoß verlängerte Peter Niemeyer mit dem Kopf, Aues Oliver Schröder lenkte den Ball unglücklich ins eigene Tor. Ronny (56./Foulelfmeter) und Sami Allagui (74.) legten nach.

Braunschweigs Trainer Torsten Lieberknecht reagierte gefasst auf die erste Niederlage. „Meiner Mannschaft kann ich nur beim 1:0 einen Vorwurf machen, da haben wir einen kollektiven Schlaf hingelegt. Die Antwort war okay.“ Effektiver agierte Cottbus: Boubacar Sanogo, Julian Börner und Daniel Brinkmann machten den Energie-Erfolg perfekt. Lieberknechts Team konnte nur das 1:1 von Dominik Kumbela entgegensetzen. Norman Theuerkorn flog zudem vom Platz.

Lieberknecht richtete den Blick gleich wieder nach vorne: „Gegen St. Pauli werden wir wieder versuchen, mit Emotionen und Leidenschaft ein gute Spiel abzuliefern und drei Punkte zu holen.“ Die Hamburger feierten am Sonntag einen wichtigen 4:1-Heimsieg gegen den MSV Duisburg. Ein Doppelschlag von Fin Bartels (66./74.) entschied die Partie, zwischendrin sah Duisburgs Zvonko Panic Gelb-Rot.

Der Einstand von Hans-Jürgen Boysen in seine dritte Sandhausener Trainer-Amtszeit wäre beinahme missglückt. Christian Eigler (19.) brachte Ingolstadt in Führung, aber der eingewechselte Nico Klotz (82.) rettete dem Tabellenletzten noch einen wertvollen Zähler.

Ein Elfmeter von Albert Bunjaku reichte Kaiserslautern beim FSV Frankfurt für drei Punkte. „Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Im Spiel selbst gab es Höhen und Tiefen“, erklärte Trainer Franco Foda. „Wir haben die Tabelle immer im Blick und wollen versuchen, Braunschweig zu überholen“, sagte Abräumer Steven Zellner.

Unruhig bleibt es bei 1860 München. Beim 2:2-Einstand des zum Cheftrainer beförderten Alexander Schmidt bei Union Berlin saß erneut der ehemalige englische Nationalcoach Sven-Göran Eriksson als Beobachter auf der Tribüne. Der Schwede gilt als Wunschlösung des jordanischen „Löwen“-Investors Hasan Ismaik auf der 1860-Bank. Eriksson sah unter anderem zwei Treffer von Torjäger Benjamin Lauth. „Ich denke, dass es insgesamt eine ordentliche Leistung war“, sagte Schmidt, der die Youngster Stefan Wannenwetsch, Markus Ziereis und Bobby Wood (alle 20) ins kalte Wasser warf.

dpa

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