Hertha interessiert an Rangnick

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Ralf Rangnick trat als Trainer des FC Schalke wegen Burnouts zurück

Berlin - Die stark abstiegsbedrohte Hertha denkt offenbar über eine Verpflichtung von Ralf Rangnick als Nachfolger von Trainer Otto Rehhagel nach. Der Kontakt ist bereits hergestellt.

Otto Rehhagel macht vor Herthas vielleicht letzter Chance im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga die Türen dicht. In einem Sonder-Trainingslager in Castrop Rauxel will der 73-Jahre alte Trainer von Mittwoch an die verunsicherten Berliner Profis auf die Partie an diesem Samstag bei Schalke 04 einschwören. “Wir müssen die Mannschaft für die letzten beiden Spiele neu einstellen und wollen konzentriert arbeiten“, begründete Manager Michael Preetz die besondere Maßnahme. Eine Pressekonferenz mit Trainer, Manager und Spielern wird es vor der Partie auf Schalke nicht mehr geben.

Nach der desaströsen 1:2-Heimpleite gegen den 1. FC Kaiserslautern trainierte das Team am Montag nochmals öffentlich. Nur noch ein Dutzend Fans beobachteten emotionslos die Übungseinheit. Schon beim letzten Training in Berlin am Dienstagnachmittag sind Zuschauer und Medienvertreter wieder ausgeschlossen. Chefcoach Rehhagel kündigte an, in Castrop-Rauxel viele Einzelgespräche führen zu wollen. “Wir müssen die Jungs wieder aufbauen“, erklärte der 73-Jährige. Hertha liegt in der Tabelle zwei Spieltage vor Saisonende auf Rang 16, zwei Punkte hinter einem Relegationsplatz und schon sechs Zähler hinter einem Nichtabstiegsplatz.

Mit den Möglichkeiten und Planungen für die neue Saison will sich Manager Preetz derzeit öffentlich nicht beschäftigen. “Die Spieler haben alle Verträge für die 1. und 2. Liga. Alles andere müssen wir dann sehen“, sagte Preetz. Das betrifft auch die Suche nach einem neuen Trainer, denn Rehhagel wird sein Engagement in Berlin auf jeden Fall am Saisonende beenden. Ralf Rangnick hat dem Fachblatt “kicker“ (Montagausgabe) Kontakt zu Hertha bestätigt, “aber solang nicht geklärt ist, wie es sportlich und strukturell weitergeht, machen Gespräche noch keinen Sinn“, äußerte der 53-Jährige. Rangnick war im September 2011 wegen eines Burnout-Syndroms aus seinem Vertrag mit Schalke 04 ausgestiegen und hat sich einer Behandlung unterzogen.

Die Personalsituation in der Hertha-Defensive bleibt indes angespannt. Der für das Spiel in Gelsenkirchen ohnehin gesperrte Peter Niemeyer leidet an einer Knöchelprellung. Christian Lell hat sich einen grippalen Infekt zugezogen. Den an der Leiste verletzten Christoph Janker plagt zusätzlich ein Magen-Darm-Infekt.

Leichte Hoffnung auf einen Einsatz gegen Schalke besteht hingegen im Fall von Innenverteidiger Roman Hubnik (Außenbandanriss), für Prognosen sei es laut Manager Preetz aber noch zu früh. “Wir müssen den Ist-Zustand akzeptieren und sehen, dass wir eine Truppe auf den Platz kriegen, die ums Überleben kämpft“, sagte Rehhagel: “Wir müssen am Samstag über uns hinauswachsen.“

dpa

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