Hertha BSC bestätigt Skibbe-Verpflichtung

Berlin - Hertha BSC hat alles klargemacht. Der Berliner Club präsentiert am Donnerstag Michael Skibbe als Nachfolger des beurlaubten Trainers Markus Babbel.

Dann ging alles ganz schnell. Nur wenige Stunden nach dem umjubelten Einzug seines neuen Teams ins attraktive DFB-Pokal-Viertelfinale saß Michael Skibbe schon im Flieger nach Berlin. Der Weihnachtsfriede bei Hertha BSC scheint nach den Chaostagen rund um die unrühmliche Beurlaubung von Chefcoach Markus Babbel gerettet. “Wir sind alle froh über besinnliche Festtage“, brachte Verteidiger Christian Lell die Stimmung beim Hauptstadtclub kurz vor Heiligabend auf den Punkt. “Jetzt können wir im neuen Jahr wieder Gas geben“, ergänzte Kollege Christoph Janker.

Schon vor der offiziellen Vorstellung Skibbes als Babbel-Nachfolger am Donnerstag sandte der ehemalige Bundestrainer das Signal, auf das Hertha bei seinem Vorgänger die vergangenen Wochen vergeblich gewartet hatte. “Verein und die Stadt haben ein enormes Potenzial“, verbreitete Skibbe via “Bild“-Zeitung die klare Botschaft: Der 46-Jährige will Berlin-Fan werden. Die erste Viertelfinal-Teilnahme im nationalen Cup seit fünf Jahren hat zumindest bei der blau-weißen Anhängerschaft die Wunden schnell geheilt, die der Babbel-Abschied mit allen Lügen-Vorwürfen aufgerissen hatte.

Adrian Ramos, Pierre-Michel Lasogga und Patrick Ebert sorgten mit ihren Treffern zum 3:1-Erfolg im Pokal-Achtelfinale gegen den 1. FC Kaiserslautern auch beim zuletzt sichtbar gestresst wirkenden Michael Preetz für Entspannung. “Wir sind wahnsinnig glücklich. Das ist natürlich ein Prestigegewinn“, bewertete der Manager den Pokal-Coup eines Hertha-Teams, das sich schon seit Wochen fast unbeeindruckt von den Ränkespielen zwischen Clubchefs und Babbel zeigt.

“Immer wenn es schwer wurde, haben sich die Jungs wieder aufgerafft. Die Mannschaft zeichnet sich durch großen Willen und Ehrgeiz aus“, betonte Interimstrainer Rainer Widmayer, der als Chef für einen Tag für den Erfolg gegen die Pfälzer verantwortlich war. Am 7./8. Februar 2012 darf nun Skibbe im Viertelfinale gegen die Überflieger von Borussia Mönchengladbach mit dem ehemaligen Hertha-Coach Lucien Favre das Berliner Team anführen. Die Zusatzeinnahme im siebenstelligen Euro-Bereich tut “einem Verein wie Hertha“ schon jetzt “unglaublich gut“, ergänzte Manager Preetz zudem. Den Verein drücken Verbindlichkeiten von knapp 35 Millionen Euro.

“Es hat Spaß gemacht und es freut mich für die Jungs, weil ich weiß, was sie in den vergangenen eineinhalb Jahren geleistet haben“, bemerkte der Babbel-Intimus Widmayer, der sich als Co-Trainer in der Mannschaft und in den wenigen Stunden als Chef auch in der Öffentlichkeit einen hohen Stand erarbeitet hat. Selbst der neue Chefcoach Skibbe hatte dem Schwaben in Aussicht gestellt, dass dieser weiter als Assistent arbeiten könne.

Doch der 44 Jahre alte Widmayer hatte seine Loyalität zu Babbel schon vor der Pokalpartie betont und gilt auch weiter als “fester Co-Trainer“ des bei Hertha freigestellten Chefs, wie Preetz anmerkte. “Er hat einen tollen Job gemacht“, erklärte der Manager unabhängig von der Entscheidung über Widmayers Zukunft.

Skibbe kommt ohne Assistenztrainer nach Berlin. Als Chef hatte er in der Bundesliga für Borussia Dortmund (1998/99), Bayer Leverkusen (2005-08) und Eintracht Frankfurt (2008-11) gearbeitet. 275 Tage nach seiner Entlassung bei den Hessen ist er in der deutschen Beletage zurück: “Ich bin ein Kind der Bundesliga“, sagte der gebürtige Gelsenkirchener, der schon als Junge bei Schalke-Spielen im Stadion war. Von 2000 bis 2004 war er als Bundestrainer unter Teamchef Rudi Völler mit für das deutsche Nationalteam verantwortlich, schaffte mit Michael Ballack & Co. 2002 den Einzug ins WM-Finale von Yokohama. Nun folgt für ihn die nächste Herausforderung in Berlin.

dpa

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