Hertha beendet Kölner Aufschwung

+
Zufrieden mit der Leistung seiner Mannen: Hertha-Trainer Markus Babbel

Berlin - Hertha BSC hat den Höhenflug der Kölner Spaßgesellschaft um Lukas Podolski jäh gestoppt. Vor allem zwei junge Berliner übernahmen von Poldi die Hauptrolle.

Die außerplanmäßige Kölner Karnevalssaison war genauso schnell und überraschend zu Ende, wie sie begonnen hat. “Wir haben aus dem Nix drei blöde Tore bekommen“, ärgerte sich “Prinz“ Podolski, der nach dem jüngsten Höhenflug des FC schon auf dem besten Weg zum König war. Doch die Geschichte des Topspiels am 8. Spieltag der Fußball-Bundesliga schrieb nicht Kölns Liebling Lukas Podolski, wie von den FC-Fans erwartet, sondern prägte Berlins Jungstürmer Pierre-Michel Lasogga. Gleich zwei Tore steuerte der 19-Jährige zum 3:0 (3:0)-Sieg von Hertha BSC im Olympiastadion bei. “Er kommt immer besser zurecht in der Bundesliga“, freute sich Trainer Markus Babbel.

Die wichtigsten Bundesliga-Transfers der Sommerpause

Die wichtigsten Bundesliga-Transfers der Sommerpause

Der Berliner Chefcoach hatte einen speziellen Anti-Poldi-Plan angekündigt - und der ging voll auf. “Wir waren unglaublich effizient“, wunderte sich Babbel fast, denn genau das hatte dem Aufsteiger in den ersten Partien der Saison noch gefehlt. Doch nicht nur in der Offensive schockte Hertha Podolski & Co. eine Halbzeit lang. “Wir haben in der zweiten Hälfte auch wenig zugelassen“, betonte Herthas Mittelfeldmann Andreas Ottl. “Unsere beiden Sechser und die Innenverteidiger haben es immer wieder geschafft, Lukas Podolski nicht zum Zuge kommen zu lassen“, meinte der Trainer.

Ein bisschen war Babbel sogar zu seinem Glück gedrängt worden, denn nach den Gelb-Rot-Sperren für Christian Lell und Adrian Ramos musste der Trainer umstellen. Die Bilanz der neu in die Startelf gerückten Profis ist sensationell: Lasogga traf doppelt (14. und 26. Minute), Christoph Janker war als einer der Podolski-Jäger erfolgreich und bereitete noch Raffaels 3:0-Zaubertor vor. Und Änis Ben-Hatira, erstmals von Beginn an dabei, spielte nicht nur bei seinen zwei perfekten Torvorlagen die Kölner schwindlig.

“Wir haben zwei, drei grobe Fehler gemacht, Hertha hat diese Fehler sehr gut genutzt“, brachte Kölns Trainer Stale Solbakken das vorläufige Kölner Euphorie-Ende auf den Punkt. Es war eine Pleite mit Ansagen, Hertha hatte schnell den Schwachpunkt auf der rechten FC-Seite vor allem mit einem indisponierten Andrezinho ausgemacht. “Da muss man nach fünf bis zehn Minuten reagieren“, meinte Podolski. Doch die Reaktion von Mannschaft und Trainer blieben aus. Tatsächlich überlegte Solbakken, konnte sich zu einem zeitigen Tausch aber nicht durchringen. “Nach dem Spiel weiß man immer, was besser gewesen wäre“, sagte der Norweger.

Vor allem Linksaußen Ben-Hatira nutzte die Kölner Schwäche konsequent und machte 59 491 Zuschauern deutlich, warum er als Last-Minute-Einkauf vom Hamburger SV nach Berlin gekommen war. “Wir haben ihn nicht geholt, weil er ein netter Kerl ist oder eine Hertha-Vergangenheit hat“, merkte Babbel zufrieden an. Der 23 Jahre alte Deutsch-Tunesier ist schnell, technisch gut und hat den Blick für seine Mitspieler. “Er hat es gut verstanden, zwischen einfachem Spiel und Risiko zu wechseln“, erklärte Ben-Hatiras Trainer und zeigte die positive Konsequenz für das ganze Team auf: “Wir sind ein Stück unberechenbarer.“

Köln wusste auf das Duo Ben-Hatira und Lasogga keine Antwort. Das Ergebnis war Herthas höchster Erstliga-Heimsieg seit fast drei Jahren, als der Karlsruher SC im Dezember 2008 mit 4:0 geschlagen wurde. Mit 12 Punkten zog Hertha in der Tabelle an Köln (10) vorbei.

dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare