1. FC Köln im Aufwind

Braunschweig läuft der Konkurrenz davon

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Eintracht Braunschweig hat die 40-Punkte-Marke geknackt

Köln - Herbstmeister Eintracht Braunschweig hat die Hinrunde in der Zweiten Liga mit einem Sieg beendet und den Vorsprung auf die Konkurrenten ausgebaut. Auch der 1. FC Köln ist im Aufwind.

Kaiserslautern strauchelt, Bochum taumelt und Braunschweig marschiert - zum Abschluss der Hinrunde fällt die Halbzeitbilanz der Traditionsklubs in der 2. Liga sehr unterschiedlich aus. Während der VfL Bochum nach der dritten Niederlage in Folge in die Abstiegszone rutschte und die Aufstiegsambitionen des 1. FC Kaiserslautern einen ersten kräftigen Dämpfer erhielten, hat Herbstmeister Eintracht Braunschweig beste Chancen auf die Rückkehr ins Fußball-Oberhaus.

Die Niedersachsen schraubten ihr Punktekonto durch das 2:1 beim FSV Frankfurt auf 40 Zähler und untermauerten ihre momentane Ausnahmestellung in der Liga eindrucksvoll. „Die Mannschaft zeigt Woche für Woche, dass sie sich nicht von der Spitze schubsen lassen will“, sagte Eintracht-Sportchef Marc Arnold. Träume von der Bundesliga seien erlaubt.

Nach Toren von Yannick Stark (12., Eigentor) und Orhan Ademi (33. ) sowie dem späten Gegentreffer durch Manuel Konrad (87.) sprechen die Fakten für eine Braunschweiger Bundesliga-Rückkehr nach 28 Jahren. Von sieben Klubs, die seit Gründung der 2. Bundesliga zum selben Zeitpunkt 37 Punkte oder mehr auf dem Konto hatten, sind sechs aufgestiegen. „Für den Verein wäre das weltklasse“, zollte auch FSV-Trainer Benno Möhlmann Respekt: „Braunschweig ist auf einem sehr guten Weg. Wenn sie so weitermachen, wird sich ein Aufstieg nicht vermeiden lassen.“

Kaiserslautern verpasste durch die erste Saisonniederlage bei St. Pauli unterdessen den Sprung auf Tabellenplatz zwei. Damit verlor zum Ende der Hinrunde auch die letzte Mannschaft im deutschen Profi-Fußball den Nimbus der Unbesiegbarkeit. „Die Niederlage war unnötig, aber unser Manko, die Chancenverwertung, hat sich schon in den vergangenen Spielen abgezeichnet“, sagte FCK-Trainer Franco Foda nach dem 0:1 bei St. Pauli enttäuscht. Acht Punkte beträgt der Rückstand der Pfälzer auf Braunschweig.

Dabei war die Niederlage des Erstliga-Absteigers, der zuvor bereits acht Mal remis gespielt hatte, bei den Hamburgern durchaus vermeidbar. In einer turbulenten Anfangsphase scheiterte Kaiserslautern innerhalb von drei Minuten gleich drei Mal am Aluminium. Die Fans auf den Rängen schwiegen noch im Rahmen ihrer Protestaktion, als zunächst St. Paulis Jan-Philipp Kalla (9.) das Gestänge des eigenen Tores traf und anschließend auch noch die Lauterer Ariel Barysiuk (10.) und Mohamadou Idrissou (11.) jeweils am Pfosten scheiterten.

„Wir haben uns vorgenommen, das Spiel zu gewinnen und so sind wir in der ersten Hälfte auch aufgetreten. Dann haben wir jedoch den Faden verloren“, haderte Foda mit der schwachen Chancenauswertung seines Teams. Den entscheidenden Treffer für St. Pauli erzielte Daniel Ginczek (67.). Mit dem glücklichen Erfolg vergrößerten die Hamburger den Abstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte.

In akuter Abstiegsnot befindet sich dagegen der VfL Bochum. Durch die 1:2-Niederlage bei Union Berlin spitzt sich die Situation im Tabellen-Keller immer mehr zu. Auch Coach Karsten Neitzel, der beim VfL vom Interims- zum Cheftrainer auf Probe befördert wurde, scheint mit seinem Latein bereits am Ende zu sein. Gerade einmal 14 Zähler hat der VfL nach 17 Spielen auf dem Konto und rutschte auf den Relegationsrang 16.

„Mit der Punktausbeute nach der ersten Halbserie sind wir wahrlich nicht zufrieden“, sagte Neitzel, dessen persönliche Bilanz seit der Übernahme der Mannschaft vor gut einem Monat durchwachsen ist. In sechs Ligaspielen unter seiner Regie holte Bochum sechs Punkte und gewann lediglich eine Partie. Den Weg in die Erfolgsspur fand er bisher nicht.

An der Alten Försterei lief der VfL bereits nach drei Minuten durch ein Tor von Markus Karl einem Rückstand hinterher. Nach dem Ausgleich durch Zlatko Dedic (23.) erzielte Adam Nemec (51.) den Siegtreffer für die Berliner, die sich nach dem sechsten Spiel in Serie ohne Niederlage im gesicherten Mittelfeld festgesetzt haben.

Davon kann der krisengeschüttelte MSV Duisburg zurzeit zwar nur träumen. Durch das 2:0 in Paderborn verließ der MSV nach zuletzt zwei Niederlagen aber wieder die Abstiegsränge. Die Treffer für die finaziell angeschlagenen Duisburger erzielten Benjamin Kern (58., Foulelfmeter) und Timo Perthel (79.).

Der 1. FC Köln befindet sich nach einem 1:0 gegen den FC Ingolstadt weiter im Aufwind, Erzgebirge Aue und der SV Sandhausen trennten sich 2:2. Am Montag (20.15 Uhr/Sky und Sport1) trifft der Tabellenvierte Energie Cottbus im Spitzenspiel auf den Zweiten Hertha BSC.

sid

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