Schiri-Vorsitzender

Fandel kritisiert Freistoßspray

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Herbert Fandel kritisiert das Freistoßspray.

Frankfurt/Main - Nicht uneingeschränkt zufrieden ist Herbert Fandel, Vorsitzender des Schiedsrichter-Ausschusses beim DFB, mit den Referees der drei Profiligen im bisherigen Verlauf der Saison. Zum Freistoßspray findet er deutliche Worte.

„Es gab viele Leistungen, Leitungen und Entwicklungen, die sehr positiv waren. Aber insgesamt können wir nicht zufrieden sein“, sagte der 49-Jährige bei DFB.de. Grund zur Kritik gibt es aus Sicht von Fandel, „weil es einige ungewöhnliche und selten zu sehenden Einzelfehler gab, die in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerieten. Allerdings bieten diese Fehler wenige Möglichkeiten zur Lehrarbeit, und ich bin mir sicher, dass sie auch nichts mit der grundsätzlich hohen Qualität unserer Schiedsrichter zu tun haben.“

Zur den spektakulären Fehlentscheidungen gehörte das „Phantomtor“ von Stefan Kießling beim Gastspiel von Bayer Leverkusen bei 1899 Hoffenheim (2:1). „An meiner großen Wertschätzung hat sich nichts geändert: Felix Brych gehört für mich zu den weltbesten Schiedsrichtern“, betonte Fandel, der zugleich eine positiven Aspekt hervorhob: „Wenn es sich um klare und eindeutige Fehler handelt, muss ein Spitzenschiedsrichter zu seinem Fehler stehen und sich zu ihm zu bekennen. Das wurde in der Hinrunde in vorbildlicher Weise gemacht.“ Dieses Verhalten trage im Übrigen sehr zur Akzeptanz und Autorität der Schiedsrichter bei.

Kritik übte Fandel an der Art der Kommunikation der Trainer mit dem Vierten Offiziellen, aber auch den Schiedsrichtern. „Dadurch, dass einzelne Entscheidungen medial sehr stark in den Mittelpunkt gerieten, haben einzelne Trainer, Manager und auch Spieler die Möglichkeit genutzt, von eigenen Fehlern abzulenken und die Schiedsrichter auch öffentlich zu attackieren. Diese Entwicklung sehe ich mit Sorge“, so der Schiedsrichter-Chef.

Deutliche Worte zur Einführung des Freistoßsprays

Bei den jüngsten Entwicklungen zeigte sich Fandel, der das Interview zusammen mit Hellmut Krug, dem Schiedsrichter-Experten der Deutschen Fußball Liga (DFL), und DFB-Schiedsrichter-Abteilungsleiter Lutz Michael Fröhlich führte, irritiert von der Einführung des Freistoß-Sprays bei der Klub-WM Ende Dezember. Er könne den Sinn nicht erkennen und sehe aus unserer fachlichen Sicht keine Notwendigkeit, dies in Deutschland einzusetzen. Es existiere kein Problem mit der Mauerstellung. Ein starker Schiedsrichter würde die korrekte Stellung der Mauer immer mit seiner Persönlichkeit durchsetzen können.

Insgesamt machten die drei ehemaligen Bundesliga-Referees jedoch auch vielversprechende Trends aus. Positiv sah Fröhlich die Auslegung der neuen Abseitsregel, mit der es kaum Probleme gab. „Die Auslegung gelang ganz überwiegend mit Augenmaß, auch durch die Aufarbeitung der Spielsituationen über das wöchentliche Videoportal und über die Stützpunkte“, äußerte er. Krug freute es besonders, „dass sich einige junge Schiedsrichter in erfreulicher Weise entwickelt haben. Diesen Schiedsrichtern fehlt es, wie kaum anders zu erwarten, noch an der notwendigen Stabilität“. Und Fröhlich sieht insgesamt „unseren “Nachwuchs' sehr positiv„.

SID

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