Heldt im Interview: Wie es jetzt weitergeht

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Ralf Rangnick (vorn, Archivfoto) verlässt Schalke, Horst Heldt (hinten links) hat sich dazu geäußert

Gelsenkirchen - Nach dem überraschenden Rücktritt von Cheftrainer Ralf Rangnick nahm Schalke-Sportvorstand Horst Heldt am Donnerstag Stellung.

Wie ist es zu der Entscheidung gekommen?

Heldt: “Nach einem Treffen am Mittwoch haben wir uns gemeinsam entschieden, das Arbeitsverhältnis zu beenden. Ralf Rangnick hat uns im Beisein von Thorsten Rarreck mitgeteilt, dass er unter einem Erschöpfungssyndrom leidet. Daher mussten wir die Reißleine ziehen, denn es geht um Rangnick. Er sah sich in dem Zustand auch nicht dazu in der Lage, die Mannschaft weiter zu führen.“

Wie war Ihre Reaktion?

Heldt: “Ich habe Hochachtung vor dieser Entscheidung. Er hat mir gesagt, dass es ihm nicht gut geht.“

Und wie reagiert der Verein?

Heldt: “Das zieht uns den Boden unter den Füßen weg, denn das war vorausschauend nicht erkennbar, und in der Kürze der Zeit kann auch nicht an Lösungen gedacht werden. Das war ein Schock, wir müssen das erst einmal sacken lassen. In ein Seelenempfinden kann man nicht immer hineinschauen, das ist eine Krankheit, die man nicht an der Stirn ablesen kann.“

Wie wird es jetzt mit Ralf Rangnick weitergehen?

Heldt: “Er braucht keinen stationären Aufenthalt, sondern wird von Fachleuten behandelt. Wir können ihm nur zusichern, dass wir weiter engen Kontakt halten und ihn bei seiner Gesundung unterstützen werden. Ralf Rangnick ist auf dem Weg zurück nach Backnang. Er steht jetzt für eine längere Zeit der Öffentlichkeit nicht zur Verfügung. Es ist natürlich kein schöner Tag. Und es ist keine Entscheidung aus sportlicher Sicht, sondern aus krankheitsbedingten Gründen. Es ist keine einfache Situation für alle Beteiligten.“

Wie war die Wirkung auf Sie persönlich und auf das Team?

Heldt: “Natürlich bin ich bestürzt, auch die Mannschaft ist es. Das war nicht vorhersehbar. Sie soll nach Hause gehen und das verarbeiten. Wir müssen jetzt versuchen, dass wir zur Tagesordnung kommen. Wir müssen jetzt als Einheit fungieren.“

Wie gestaltet sich die Nachfolger-Suche?

Heldt: “Ich bin sicher, dass wir da eine Lösung präsentieren, aber keinen Schnellschuss machen werden. Er muss in der Kürze der Zeit, in der Schwierigkeit, in der wir uns befinden, in unsere Konzeption und in unser Profil passen. Nur einen Cheftrainer zu installieren, weil man einen Cheftrainer braucht, das wird jetzt sicherlich nicht der Weg sein. Wir werden alles von Tag zu Tag entscheiden und schauen, wie wir es umsetzen können. Der Trainer muss zu Schalke passen. Wir müssen das mit der nötigen Sensibilität erarbeiten.“

Gibt es ein Profil für den neuen Trainer?

Heldt: “Lassen Sie mir ein bisschen Zeit. Heute möchte ich hierzu nicht unbedingt Stellung beziehen.“

Aufgezeichnet von dpa

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