Hannovers Europa-League-Märchen endet im Viertelfinale

+
Zweikampf zwischen Hannover-Spieler Steven Cherundolo (rechts) und Diego von Atletico Madrid.

Hannover - Das Europa-League-Märchen von Hannover 96 ist beendet. Nach einer lange Zeit zu mutlosen Vorstellung verlor der Fußball-Bundesligist auch das Viertelfinal-Rückspiel gegen Atletico Madrid.

Das Spiel endete mit 1:2 (0:0), der Traum vom Halbfinale ist damit nach dem 1:2 im Hinspiel geplatzt. Doch schon der Einzug in die Runde der besten Acht war bei der erst zweiten Europacup-Teilnahme der größte Erfolg in der 116-jährigen Vereinsgeschichte der Niedersachsen.

Atletico um den früheren Bundesliga-Star Diego darf dagegen nach dem Titelgewinn von 2010 weiter vom zweiten Triumph binnen drei Jahren träumen, die letzte Hürde vor dem Endspiel ist der spanische Liga-Konkurrent FC Valencia. Adrian hatte die Gäste mit einem sehenswerten Tor in Führung gebracht (63.), 96 durfte nach dem Ausgleich von Mame Diouf (81.) kurz hoffen, Falcao beendete mit seinem achten Saisontor im Europacup nach schöner Vorarbeit von Diego alle Halbfinal-Träume (87.).

„Ich denke, man kann absolut stolz sein, auch wenn es ein trauriger Moment ist“, sagte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke: „Wir sind gegen eine spanische Spitzenmannschaft ausgeschieden, aber die Mannschaft hat Großartiges geleistet. Wir hatten ein unglaublich schöne und emotionale Zeit in der Europa League und haben eine gute Visitenkarte für Deutschland abgegeben.“

Die seltsamsten Fußballer-Namen

Die seltsamsten Fußballer-Namen

Die 44.000 Zuschauer in der ausverkauften WM-Arena sahen in der ersten Halbzeit ein Spiel, das ausschließlich von der Spannung durch die Ausgangssituation lebte. 96 dominierte das Spiel, wollte sich aber nicht zu früh zu weit aus der Deckung wagen. Madrid, das im Hinspiel noch ein teilweise begeisterndes Offensivspiel aufgezogen hatte, zeigte ohne drei gelbgesperrte Stammspieler daran diesmal wenig Interesse.

Hannover hatte im 44. Pflichtspiel der Saison auf seine Heimstärke gesetzt, schließlich waren die Niedersachen in der Liga wie der Europa League im eigenen Stadion noch ohne Saison-Niederlage. Trotz nominell offensiver Aufstellung mit Mame Diouf, Didier Ya Konan und Jan Schlaudraff hatten sie in den ersten Minuten aber Probleme, gegen die defensiv kompakten Spanier den Weg in den Strafraum zu finden. Beim ersten Schuss Richtung Tor verzog Diouf aus rund zehn Metern weit (11.).

Es blieb bis zum Pausenpfiff die beste Chance der Gastgeber. In der Spieleröffnung machte sich das Fehlen der eigentlich als fit erklärten Lars Stindl und Manuel Schmiedebach, der zumindest wieder auf der Bank saß, deutlich bemerkbar. Christian Schulz mühte sich redlich im defensiven Mittelfeld, konnte aber keine Akzente setzen.

Bei den Madrilenen hing Stürmerstar Falcao, der im Vorjahr den FC Porto mit 17 Toren in 14 Spielen zum Titel geschossen hatte, lange Zeit völlig in der Luft. Der Kolumbianer fiel im ersten Durchgang nur einmal auf - durch eine Gelbe Karte in der 16. Minute.

„Uns fehlt der letzte Mut. Aber wir haben Kontrolle über das Spiel, das ist zunächst schon mal gut“, hatte Schmadtke in der Pause gesagt: „Ich denke, dass wir noch 20 Minuten so weiterspielen und hoffen, dass wir sie so knacken.“

"Panzertyp mit Shakira-Ar...backen": Die Sport-Sprüche des Jahres 2011

"Panzertyp mit Shakira-Ar...backen": Die Sport-Sprüche des Jahres 2011

Zu Beginn des zweiten Durchgangs nahm dann der Tabellensiebte der Primera Division endlich mehr am Spiel teil. Falcao erreicht nach einem Pass von Diego zumindest mal den Strafraum, verzog aus ähnlich spitzem Winkel aber noch weiter als Diouf im ersten Durchgang (49.). Ebenso geduldig wie die 96-Spieler waren jedoch die Zuschauer, die ihr Team unentwegt anfeuerten.

Das Traum-Tor von Adrian traf 96 dann aber bis ins Mark: Der Stürmer tanzte im Strafraum auf engstem Raum Hannovers Keeper Ron-Robert Zieler und drei Gegenspieler aus schob den Ball eiskalt ins Tor. Dioufs vierter Treffer im fünften Europacup-Spiel läutete jedoch die Schluss-Offensive ein.

Beste Spieler bei Hannover waren Sergio Pinto und Diouf, im Team der Spanier überzeugten vor allem Adrian und Luis Perea.

Von Kristof Stühm und Peer Lasse Korff

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare