Deutliche Aussagen von Kind

Hannover 96: Tritt Schmadke zurück?

+
Rücktritt? Der Abschied von Hannovers Sportdirektor Jörg Schmadke scheint nicht ausgeschlossen.

Hannover - Der Dauerzwist in der Führungsebene des Fußball-Bundesligisten Hannover 96 wird durch neue Rücktrittsgerüchte um Sportdirektor Jörg Schmadtke weiter angeheizt.

Ist der Riss zwischen Trainer Mirko Slomka und Sportdirektor Jörg Schmadtke bei Hannover 96 noch zu kitten? Nach den neuesten Aussagen von Präsident Martin Kind wachsen die Zweifel. Ein Abschied Schmadtkes vom Fußball-Bundesligisten wird immer wahrscheinlicher. „Wenn dieser Wunsch konkret geäußert wird und eine Basis nicht vorhanden ist, dann wird man sicher offen und ehrlich über alles reden müssen“, sagte Kind im NDR Sportclub.

Der Unternehmer hat anscheinend die Faxen dicke. Seit Monaten, ja schon fast Jahren schwelt bei dem Klub aus der niedersächsischen Landeshauptstadt der Streit zwischen Schmadtke und Slomka. „Entwicklungen im Positiven wie im Negativen treten ein und da muss man sich mit auseinandersetzen. Wichtig ist, was wir wollen und dass wir dann notwendige Entscheidungen treffen“, sagte Kind, der aber auch immer wieder betont, am liebsten mit beiden weiterarbeiten zu wollen.

„Für mich ist das nicht der richtige Zeitpunkt, solche Dinge sollten zunächst hausintern besprochen werden“, sagte Schmadtke auf Anfrage des SID: „Ich rede jeden Tag mit meinen Mitarbeitern und weiteren Vereinsmitgliedern. Aber so zu tun, als sei ich ein Stummfilmstar und spreche nicht, ist nicht korrekt.“

Das Image des zuletzt so erfolgreichen Klubs leidet allerdings von Tag zu Tag mehr. „Wir haben den Medien Schlagzeilen geliefert. Wir müssen akzeptieren, dass wir nach außen scheinbar ein Bild der Irritation und Unruhe vermitteln. Und das ist nicht hilfreich“, sagte Kind: „Es ist gar keine Frage, dass Unruhe und Unklarheit bewusst oder unbewusst gewisse Auswirkungen hat.“

Schmadtke, um den sich Gerüchte um ein Engagement beim Zweitligisten 1. FC Köln halten, war am Freitag dem 1:3 in Freiburg wegen einer Geburtstagsfeier seines Mentors Werner Faßbender (80) ferngeblieben. In den abgelaufenen Wochen witterte der 49-Jährige eine Kampagne gegen seine Person. „Da würden einige gerne sehen, dass ich gehe“, hatte er zuletzt gesagt und einen Rücktritt ausgeschlossen: „Ich bin voll in der Planung für die neue Saison.“

Zuletzt war in Hannover von einer „Eiszeit“ die Rede, wahlweise auch vom „Kindergarten Hannover“. Immer wieder setzte sich Kind mit den beiden Streithähnen an einen Tisch und versuchte, den Riss irgendwie zu kitten - mit kurzfristigem Erfolg. Der neue Putz ist offenbar schon wieder stark brüchig.

„In der gefühlten Wahrnehmung kann ich bestätigen, dass da im Moment gewisse Irritationen bestehen, die mehr in der gefühlten Wahrnehmung liegen und das ist nicht ganz ungefährlich“, sagte Kind: „Die rationalen Fragestellungen lassen sich entscheiden, Emotionen sind immer etwas schwieriger.“

Die Planungen für die nächste Saison bieten eigentlich jede Menge Anlass zur Zusammenarbeit der sportlichen Entscheider. Die Zukunft von Stammspielern wie Steven Cherundolo oder Konstantin Rausch, der die letzten drei Tore für sein Team erzielte, ist noch nicht abschließend geklärt. Slomka gibt sich entspannt, „weil der Manager in all unseren Gesprächen mir das Gefühl gegeben hat, gemeinsam an 96 weiter zu arbeiten“, sagte der 45-Jährige der Bild: „Allerdings haben mich die Aussagen von Martin Kind nachdenklich gemacht.“

Die aktuellen Äußerungen von Kind lassen starke Zweifel daran aufkommen, dass Schmadtke in Zukunft noch Sportdirektor bei den „Roten“ ist.

sid

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Wurfgeschosse in Stadien: Bierbecher, Sellerie, eine Katze und Dildos

Kommentare