Hannover schlägt harmlosen "Club"

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Hannovers Manuel Schmiedebach (r.) und Nürnbergs Almog Cohen kämpfen um den Ball.

Hannover - Die Remis-Könige von Hannover 96 haben das Siegen noch nicht verlernt. Nach acht erfolglosen Partien mit zuletzt fünf Unentschieden in Serie gewann das Team zum Auftakt des 19. Spieltags gegen den 1. FC Nürnberg.

Hannover siegte mit 1:0 (1:0). Das zehnte Saisontor von Top-Stürmer Mohammed Abdellaoue (18. Minute) festigte am Freitag vor 35 400 Zuschauern den siebten Tabellenplatz der Niedersachsen. Dagegen erlitten die in der Offensive harmlosen und in der Abwehr anfälligen Nürnberger wieder einen Rückschlag im Kampf gegen den Abstieg. Ihre beste Chance hatten die Gäste erst zwei Minuten vor Schluss, als Daniel Didavi knapp den Ausgleich verpasste.

Mit der Rückkehr von Torjäger Jan Schlaudraff und Mittelfeldmotor Sergio Pinto kam wieder der zuletzt so häufig vermisste Schwung in die Angriffsaktionen der Hannoveraner. Vor allem weil Pinto groß auftrumpfte, wirbelten die 96er vor der Pause fast wie zu ihren besten Zeiten. Allerdings machte es der Gegner der Slomka-Elf leicht.

Denn die mit der Empfehlung von zwei Siegen, aber ohne den angeschlagenen Ex-Hannoveraner Hanno Balitsch angereisten Franken enttäuschten auf der ganzen Linie. Trainer Dieter Hecking hatte Tomas Pekhart erst einmal draußen gelassen und dafür Alexander Esswein in die Spitze beordert - die Maßnahme zahlte sich jedoch nicht aus.

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Bei empfindlicher Kälte kamen die Hausherren als erste auf Betriebstemperatur und stellten zunächst die klar spielbestimmende Mannschaft. Abdellaoue (7.) nach Eckball von Lars Stindl und Pinto (9.), dessen 30 Meter-Schuss “Club“-Torhüter Raphael Schäfer mit den Fingerspitzen um den Pfosten lenken konnte, besaßen frühe Möglichkeiten, ihr Team gegen passive Gäste in Front zu bringen.

Das hoch verdiente 1:0 gelang schließlich Abdellaoue, der sich von Dominic Maroh löste und Stindls Flanke volley zu seinem 10. Saisontor verwertete. Drei Minuten vor dem Seitenwechsel verhinderte Schäfer mit seiner Fußabwehr gegen Schlaudraff das drohende zweite Gegentor. Auf der Gegenseite war 96-Keeper Ron-Robert Zieler nur damit beschäftigt, Flanken abzufangen und Rückgaben aufzunehmen - einen Nürnberger Torschuss musste er 45 Minuten lang nicht parieren.

Doch nach Wiederbeginn legte der “Club“ seine Zurückhaltung ab, ging entschlossener in die Zweikämpfe und fightete sich in die Partie zurück. Dem eingewechselten Pekhart bot sich nach 55 Minuten per Kopf sogar die Chance zum Ausgleich, doch Zieler war auf dem Posten. Auch als Hecking in der Schlussphase in Albert Bunjaku noch einen weiteren Angreifer aufs Feld schickte, stellte sich der Erfolg nicht ein. Bei den meist über Schlaudraff vorgetragenen Kontern war Hannover am Ende einem zweiten Tor näher als die Franken dem Ausgleich.

dpa

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