Hannover kann mit Europa League planen

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Der polnische Torhüter Rafal Gikiewicz und der Hannoveraner Didier Ya Konan (links) kämpfen um den Ball

Breslau - Dank einer starken Offensivleistung kann Hannover 96 nach dem Sieg gegen den polnischen Meister Slask Breslau wie im Vorjahr für die Europa League planen.

Der hochverdiente Endstand im Hinspiel der vierten Qualifikationsrunde lautete am Donnerstag 5:3 (3:1) - eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche.

Dabei steckten die im Angriff starken, in der Verteidigung aber überraschend anfälligen Niedersachsen nach einer 3:1-Führung auch eine Schwächephase und den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:3 weg. Leon Andreasen (7./81. Minute), Jan Schlaudraff (25.), Lars Stindl (40.) und Manuel Schmiedebach (85.) schossen mit ihren sehenswert herausgespielten Treffern das Team von Trainer Mirko Slomka zum Sieg.

Die Gegentreffer durch Tomasz Jodlowiec (34.), Sylwester Patejuk (54.) und Przemyslaw Kazmierczak (61.) dürften für den zweimaligen polnischen Titelträger zu wenig sein, um Hannover noch vom Kurs abzubringen. Allerdings muss sich 96 beim Bundesliga-Auftakt gegen den FC Schalke 04 am Sonntag vor allem in der Defensive gehörig steigern, um nicht mit einem Misserfolg in die Jubiläumssaison zu starten. Denn die ansehnlichen Angriffe übertünchten im EM-Stadion von Breslau teilweise kapitale Abwehrschwächen bei Hannover. Vor allem der brasilianische Neuzugang Felipe erwischte in der Innenverteidigung einen schwachen Tag im 96-Trikot.

Rok Elsner (5.), Kapitän Sebastian Mila mit einem Freistoß (9.) oder Lukasz Gikiewicz (30.) scheiterten in aussichtsreichen Positionen. Auf der anderen Seite des Spielfeldes dagegen ging Slomkas Taktik voll auf. Mit schnellen Vorstößen in die Spitze überrumpelten Schlaudraff & Co. ein ums andere Mal die Hintermannschaft der Gastgeber. Die rund 1700 mitgereisten Hannover-Fans mussten ihren Ausflug nicht bereuen.

Erfreulich auch, dass die befürchteten Auseinandersetzungen zwischen gewalttätigen Fans beider Teams zunächst ausblieben. Bis zwei Stunden vor Spielbeginn gab es in der Breslauer Innenstadt keine Ausschreitungen. Allerdings zündeten mit Beginn der Partie einige Fans im 96-Zuschauerblock mehrere Leuchtfeuer und Böller. Damit droht den Niedersachsen erneut eine empfindliche Geldstrafe durch die UEFA. In der vergangenen Europa-League-Saison musste Hannover mehr als 60 000 Euro Strafe für den verbotenen Einsatz von Pyrotechnik zahlen.

Nach dem Wechsel allerdings änderte sich das sportliche Geschehen auf dem Rasen. Breslau spielte nun zielstrebiger und effektiver nach vorne - was auch prompt zum Erfolg führte durch Patejuk und Kazmierczak. Andreasen und Schmiedebach jedoch drehten die turbulente Partie wieder zugunsten der Hannoveraner.

dpa

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