Unentschieden nach Rückstand

Hannover kämpft sich eindrucksvoll zurück

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Hannovers Sergio Pinto kämpfte sich mit seiner Mannschaft eindrucksvoll zurück in die Partie.

Enschede - Hannover 96 ist trotz einer lange Zeit ganz schwachen Leistung mit einem wichtigen Punktgewinn in die Fußball-Europa-League gestartet.

Die Niedersachsen kamen beim vermeintlich stärksten Gegner Twente Enschede nach einem 0:2-Rückstand mit viel Glück zu einem schmeichelhaften 2:2 (0:1) und blieben damit auch im neunten Pflichtspiel der Saison ungeschlagen.

Für die zunächst hochüberlegenen Niederländer trafen Willem Janssen (7.) und Nacer Chadli (54.). Artur Sobiech (67.) und ein Eigentor von Twente-Kapitän Peter Wisgerhof (73.) brachte 96 noch ein Remis.

Für deutsche Mannschaften setzte sich damit eine schwarze Serie in Enschede fort: Seit dem 4:3 von Bayern München im UEFA-Pokal am 15. September 1993 hat in fünf Anläufen kein Bundesligist mehr bei Twente gewonnen. Enschedes Coach Steve McClaren verpasste hingegen eine persönliche Revanche: Der Engländer war im Februar 2011 nach einem 0:1 gegen Hannover als Trainer des VfL Wolfsburg entlassen worden.

Vor 22.000 Zuschauern im nicht ausverkauften Stadion De Grolsch Veste zeigten die Gastgeber zunächst, warum sie in der heimischen Liga momentan mit fünf Siegen aus fünf Spielen das Maß aller Dinge sind. Twente machte vor allem über seine schnellen und technisch versierten Außenspieler mächtig Druck. Hannover fand dagegen im Spiel nach vorne quasi nicht statt. 96 brachte kaum einen durchdachten Angriff zustande, der zuletzt überragende Ungar Szabolcs Huszti, Topscorer der Bundesliga, ging mit seinen Teamkollegen förmlich unter.

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Bereits nach 49 Sekunden hatte Twentes Jungstar Luc Castaignos, im Sommer von Inter Mailand verpflichtet, die erste Großchance, scheiterte aber noch knapp. Wenig später machte es dann Janssen besser, als er nach einer klugen Kombination über rechts Hannovers Nationaltorwart Ron-Robert Zieler den Ball aus kurzer Distanz durch die Beine schob. Erneut Castaignos (14.) und der Serbe Dusan Tadic (18.) hätten schon frühzeitig für klare Verhältnisse sorgen können.

Hannovers Trainer Mirko Slomka reagierte in der 31. Minute, nahm den augenscheinlich nicht angeschlagenen Sergio Pinto vom Feld und brachte Adrian Nikci. Wirklich besser und sicherer wurde das Spiel der Niedersachsen dadurch nicht.

Zur zweiten Halbzeit versuchte es Slomka im Angriff mit dem Polen Artur Sobiech für den schwachen Norweger Mohammed Abdellaoue, doch weiterhin spielte nur Twente. Der starke Chadli sorgte für das spielerische Glanzstück, als er mit einem direkt verwandelten Freistoß von halblinks Hannovers Hintermannschaft inklusive Zieler ganz schlecht aussehen ließ. Jan Schlaudraff hatte den Schuss noch abgefälscht.

Doch dann wendete sich das Blatt noch völlig überraschend - und Hannover hatte auch Glück. Bei Sobiechs Treffer ließ Twente-Keeper Nikolaj Michailow einen Schuss von Konstantin Rausch vor die Füße des Polen prallen. Beim Eigentor lenkte Wisgerhof eine Hereingabe von Konstatin Rausch ins eigene Tor. In der 90. und 93. Minute rettete Zieler zweimal gegen Castaignos mit Klasse-Reflexen das Remis.

Neben dem Nationaltorwart wusste bei Hannover mit Abstrichen noch der bemühte Schlaudraff zu gefallen. Aus einer geschlossen starken Twente-Elf ragten Castaignos und Janssen heraus.

SID

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