Hannover 96: Raus mit erhobenem Haupt

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Enttäuschte Hannoveraner nach dem Ausscheiden aus der Europa League.

Hannover - Niedergeschlagen, stolz auf das Erreichte und angriffslustig für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga: So zeigt sich Hannover 96 nach dem Aus in der Europa League gegen Atletico Madrid.

Da saß Mirko Slomka nun, etwas bedröppelt und aus allen Träumen gerissen, und sollte erklären, welche schönen Augenblicke er aus der Europa League mitnimmt. Doch der Trainer von Hannover 96 war noch zu enttäuscht, um in Erinnerungen zu schwelgen. Also tat er, was in diesen Momenten alle Trainer tun: Neue Ziele ausgeben. „Wir sollten nicht so sehr nachdenken und träumen, was gewesen ist. Das können wir in der Sommerpause machen“, sagte Slomka, nachdem Atletico Madrid das europäische Märchen von 96 beendet hatte, „mit Schalke haben wir die nächste sehr schwere Aufgabe vor der Brust.“

Wie Slomka reagierten auch seine Spieler auf die zweite 1: 2-Pleite innerhalb einer Woche gegen die „Colchoneros“ (Matratzenmacher) im Viertelfinale der Europa League - niedergeschlagen, stolz auf das Erreichte und angriffslustig für die kommenden Aufgaben in der Bundesliga. „In beiden Begegnungen haben wir fußballerisch etwas versagt, dadurch hatten wir wenige Möglichkeiten“, sagte Kapitän Steven Cherundolo, „jetzt müssen wir uns mit voller Kraft erneut für Europa qualifizieren. Einfach wird es nicht, aber wir haben zuletzt sehr viel Selbstvertrauen gesammelt.“

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Doch gerade davon war gegen Atletico nichts zu sehen gewesen. Bis zum zwischenzeitlichen Ausgleich durch Mame Diouf (81.) präsentierte sich 96 hilflos, ideenlos, mutlos. Am Ende fehlten einfach die Mittel, um die abgezockten Spanier um den ehemaligen Bundesliga-Star Diego (Werder Bremen und VfL Wolfsburg) in Bedrängnis zu bringen. „Wir wollten, aber Atletico stand gut, und jeder Angriff ist direkt verpufft“, sagte Konstantin Rausch , dessen Einsatz am Sonntag im Kampf um die internationalen Plätze gegen Schalke (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) nach einer Verletzung an der Achillessehne noch unklar ist. Und Diego meinte: „Wir waren einfach die bessere Mannschaft und haben unsere Chancen eiskalt ausgenutzt - das hat den Unterschied ausgemacht.“ Zuvor hatten Adrian (63.) und Falcao (86.) Hannovers Hoffnung auf das Erreichen des ersten Europacup-Halbfinals in der 116-jährigen Vereinsgeschichte zerstört.

Doch schon die Teilnahme am Viertelfinale war der größte internationale Erfolg des Klubs. Und so feierten die 44.000 Fans in der ausverkauften Arena ihre Helden und verabschiedeten sie trotz der zweiten Heimniederlage in dieser Saison mit Standing Ovations in die kommenden Aufgaben in der Bundesliga. „Klar hätten wir unseren Fans gerne ein Weiterkommen geschenkt, es sollte aber nicht sein“, sagte Rausch, „wir sind stolz auf sie, genau wie sie auf uns stolz sind.“

Auch Sportdirektor Jörg Schmadtke zog trotz der Enttäuschung ein positives Fazit. „Wir haben in Europa eine gute Visitenkarte abgegeben“, sagte er. Nun gelte es, in den kommenden sechs Spielen die Voraussetzungen zu schaffen, um erneut die „emotionalen“ Abende zu erleben. Angesichts der engen Tabellenkonstellation mit nur einem Punkt Vorsprung auf Wolfsburg auf Rang neun sind Punkte auf Schalke schon fast Pflicht. „Das wird eine schwierige Auseinandersetzung, für beide Teams geht es noch um viel“, sagte Schmadtke, „aber ich bin guter Dinge.“

Slomka nahm dann noch die „tollen Momente und Erinnerungen“ zum Anlass, seine Mannschaft auf den Saison-Endspurt einzuschwören. „Das sollte Motivation genug sein“, sagte er, „es wird noch ein sehr harter Kampf. Es geht um jedes Spiel, jeden Punkt.“ Oder, mit den Worten des Fußball-Philosophen Oliver Kahn gesprochen: Es geht weiter, immer weiter.

sid

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