Abstieg des Liga-Urgesteins?

HSV taumelt - Van der Vaar resigniert

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Rafael van der Vaart fehlten nach der fünften Niederlage in Folge seines HSV die Worte

Sinsheim - Hamburger SV taumelt dem ersten Abstieg in seiner Klubgeschichte entgegen. Der Auftritt beim 0:3 (0:2) bei 1899 Hoffenheim war desolat.

Auf die wütenden Fans hatte Rafael van der Vaart keinen Bock, und die Teamkollegen können dem Kapitän des Hamburger SV auch langsam gestohlen bleiben. Nach dem 0:3 (0:2) bei 1899 Hoffenheim legte das Sinnbild des Hamburger Niedergangs nicht einmal den halben Weg zum Gästeblock zurück, kehrte dann um und machte auf dem Weg in die Kabine seine Mitspieler verbal nieder. „Die Fans schimpfen zurecht“, sagte der wieder einmal blass gebliebene Star bei Sky: „Ich kann es nicht mehr sehen, wie wir die Tore bekommen. Es ist eine Katastrophe, was wir spielen. Am Ende des Tages fehlt die Qualität.“

Mit diesem Offenbarungseid traf van der Vaart, selbst nur noch ein Schatten früherer Glanzzeiten, den Nagel auf den Kopf. Der Auftritt des Bundesliga-Dinos bei der fünften Niederlage in Folge (zuletzt gab es das in der Saison 1970/71) war desolat. Die Hamburger, die nach 19 Spieltagen lediglich 16 Punkte auf dem Konto haben, erarbeiteten sich nicht eine echte Torchance. Damit sorgte der HSV dafür, dass Hoffenheim zum ersten Mal in dieser Spielzeit ohne Gegentor vom Platz ging.

Dazu leistete sich die schlechteste Defensive der Liga wieder einmal zahlreiche Fehler. Ohne erkennbare Gegenwehr taumeln die Hamburger, die neun Kilometer weniger als die Hoffenheimer liefen, dem ersten Abstieg ihrer Klubgeschichte entgegen. Was die Anhänger von der Verfassung ihrer Mannschaft halten, war nicht zu überhören. „Wir haben die Schnauze voll“, schallte es aus dem Gästeblock.

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„Man hat gesehen, dass es für uns gegen den Abstieg geht. Alles geht schief. So macht Fußball keinen Spaß. Wir müssen schnell die Wende schaffen“, äußerte der ratlos wirkende van der Vaart, der vor 25.603 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena 90 Minuten lang abgetaucht war. Immerhin nahm der 30-Jährige seinen Landsmann auf der Trainerbank, der zuletzt wegen seinen Aufenthalten in der Heimat und angeblich zu laschem Training in die Kritik geraten war, in Schutz. „Der Coach kann nichts dafür, es ist nicht seine Schuld“, sagte van der Vaart über Bert van Marwijk.

Die Zahlen sprechen allerdings gegen den Trainer, der in 13 Partien lediglich 12 Punkte geholt hat. Damit ist die Ausbeute unter van Marwijk („Nach dem 0:3 war es desolat“) schlechter als unter seinem Vorgänger Thorsten Fink (1,27 Zähler im Schnitt). In Sinsheim besiegelten das Abseitstor von Roberto Firmino (4.) sowie die regulären Treffer von Niklas Süle (44.) und Andreas Beck (61.) die Hamburger Pleite.

„Ich habe noch nie in meiner Trainerkarriere fünfmal in Folge verloren“, gestand van Marwijk ein: „Aber ich bin kein Typ, der aufgibt.“ Ob der Niederländer vielleicht von der Chefetage zum Aufgeben gezwungen wird, kann er nach eigener Aussage nicht einschätzen. „Ich habe mir noch keine Gedanken über meinen Job gemacht. Und das mache ich auch nicht“, sagte van Marwijk: „Aber wenn man denkt, dass es ein anderer besser kann, dann müssen die mir das sagen.“

Mit „die“ meinte van Marwijk in erster Linie Sportchef Oliver Kreuzer. Der stellte sich aber hinter den Trainer - schließlich hat er ihn ja auch an die Elbe geholt. „Ständig immer alles auf den Trainer zu schieben, das hat man in den letzten Jahren immer gemacht. Immer war der Trainer schuld, immer wieder ist man auf die Trainer los“, sagte Kreuzer: „Das ist der richtige Trainer für diesen Verein. Da muss man andere Dinge hinterfragen.“

SID

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