Ex-Bayern-Profi als Nachfolger?

Hamburger SV entlässt Trainer Fink

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Thorsten Fink wurde als Trainer des Hamburger SV beurlaubt

Hamburg - Zwei Tage nach dem 2:6-Debakel des Hamburger SV bei Borussia Dortmund hat der Verein die Reißleine gezogen und Trainer Thorsten Fink entlassen. Als Nachfolger ist ein Ex-Bayernprofi im Gespräch.

Fußball-Bundesligist Hamburger SV hat die Konsequenzen aus seiner sportlichen Misere gezogen und sich von Trainer Thorsten Fink getrennt. Das gab der Klub am Dienstag offiziell auf einer Pressekonferenz bekannt.

Der 45-Jährige hatte den HSV vor zwei Jahren übernommen und die Hanseaten in seiner ersten Saison vor dem Abstieg bewahrt. Zuletzt blieben die Ergebnisse beim HSV aber aus. „Die Entscheidung ist allen Beteiligten schwergefallen. Aber die Gründe liegen auf der Hand“, sagte HSV-Vorstandschef Carl Jarchow, „es geht um die sportliche Zukunft des HSV.“

Nach dem 2:6 bei Borussia Dortmund rutschte der selbsternannte Europa-League-Aspirant auf Rang 15 in der Tabelle ab. Die Trennung von Fink ist die zweite Trainer-Entlassung der laufenden Bundesliga-Saison. Zuvor hatte der VfB Stuttgart Bruno Labbadia gefeuert. Finks Vertrag beim HSV lief noch bis kommenden Sommer. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt. Zunächst sollen Amateur-Trainer Rodolfo Esteban Cardoso und Jugend-Coach Otto Addo das Team auf das brisante Nordderby gegen Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr/Sky) vorbereiten.

„Wir suchen nun mit Nachdruck nach einem Nachfolger für Thorsten. Wann wir ihn präsentieren können, kann ich noch nicht sagen. Es kann schnell gehen, es kann aber auch noch ein paar Tage dauern“, sagte Sportdirektor Oliver Kreuzer. Als mögliche Kandidaten für die Fink-Nachfolge kursierten die Namen von Ex-HSV-Profi Markus Babbel, des früheren St.-Pauli-Coaches Holger Stanislawski sowie des vor kurzem beim 1. FC Kaiserslautern entlassenen Franco Foda.

Die schnellsten Trainer-Entlassungen seit 1999

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„Ich bin stolz, hier gewesen zu sein die zwei Jahre. Ich habe einen tollen Verein trainiert“, sagte Fink dem Radiosender NDR 90, 3, „jetzt ist es noch früh genug, dass man die Ziele erreicht - auch noch mit einem anderen Trainer.“

Spielmacher Rafael van der Vaart zeigte sich von der Trennung überrascht. „Ich bin total schockiert. Das hätte ich nie für möglich gehalten. Ich dachte, dass der Coach auch gegen Werder auf der Trainerbank sitzen würde. Davon bin ich felsenfest ausgegangen“, sagte der Niederländer der Bild-Zeitung, „ich verstehe den Zeitpunkt nicht so ganz. Wir haben als Mannschaft eine große Teilschuld an der Misere. Unsere zahlreichen Klatschen in der jüngsten Vergangenheit haben den Trainer den Job gekostet.“ Kreuzer stellte auf der Pressekonferenz fest, dass van der Vaart ein solches Urteil nicht zustehe.

dpa/sid

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