Schock für HSV: Feueralarm im Hotel

Düsseldorf - Für den HSV war es bislang ein Horrorwochenende. Erst die blutleere Vorstellung beim Aufsteiger Düsseldorf, bei der sich auch Superstar van der Vaart verletzte. Im Hotel wartete die nächste böse Überraschung.

Von den Spottgesängen der Fortuna-Fans begleitet humpelte Rafael van der Vaart mit der Kulturtasche unter dem Arm in den Mannschaftsbus. Der aufmunternde Applaus der Anhänger des Hamburger SV vermochte den niederländischen Topstar nicht zu trösten. „Die Verletzung schmerzt mich mehr als die Niederlage“, sagte van der Vaart nach dem ernüchternden 0:2 (0:1) der ambitionierten Norddeutschen bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf.

Der HSV-Spielmacher hat sich vermutlich einen Muskelfaserriss im hinteren Oberschenkel zugezogen, ein Ausfall für die restlichen vier Spiele des Jahres droht. „Es ist keine Verletzung, mit der man in einer Woche wieder spielen kann. Es wird schwer, dieses Jahr nochmal zu spielen“, sagte der 29-Jährige vor dem Heimspiel am Dienstag (20.00 Uhr/Sky und Liga total!) gegen Schalke 04.

Bei diesen Worten schrillen die Alarmglocken beim Bundesliga-Dino. Ohne van der Vaart blieb der HSV in dieser Saison ohne Torerfolg. Nach seinem Ausfall in der 32. Minute war der HSV in Düsseldorf erschreckend ideenlos und ungefährlich. „Wenn wir wachsen wollen, müssen wir auch seinen Ausfall mal verkraften“, meinte der Ex-Düsseldorfer Maximilian Beister nach seiner missglückten Rückkehr an den Rhein.

Mit der Leistung vom Freitagabend warten allerdings schwere Wochen auf den HSV, von der Europa League spricht nach dem „pomadigen Auftritt“ (Trainer Thorsten Fink) vorerst niemand mehr. Auch van der Vaart konnte es kaum glauben, was die Hamburger ablieferten: „Fortuna war sehr schlecht. Es ist bitter, dass man gegen so eine Mannschaft verliert.“

Kapitän Heiko Westermann kritisierte nach der blutleeren Vorstellung derweil die Einstellung seiner Teamkollegen. „Wenn man ins Spiel geht, und glaubt, dass man locker spielen kann, geht das nicht“, sagte Westermann und fügte mit Blick auf den Ballverlust von Heung-Min Son vor dem 0:1 durch Robbie Kruse (45.+2) an: „Ich kann es nicht verstehen, warum man nicht einfach Fußball spielt. Düsseldorf hätte nie ein Tor geschossen.“

Beim zweiten Gegentreffer des eingewechselten Stefan Reisinger (64.) gab Westermann wie die gesamte HSV-Hintermannschaft keine gute Figur ab. „Das spielen wir sieben geben zwei. Das darf nicht passieren“, so Westermann.

Stand den HSV-Spielern nach der enttäuschenden Vorstellung nicht schon ohnehin eine unruhige Nacht bevor, wurde in ihrem Düsseldorfer Hotel durch einen missbräuchlich eingesetzten Feuerlöscher gegen 4.30 Uhr auch noch ein Fehlalarm ausgelöst. Alle Gäste mussten das Gebäude in der Nacht zum Samstag für rund 20 Minuten verlassen. „Hotel evakuiert. Wochenende wird immer besser“, twitterten die Norddeutschen.

Besser dürften die Spieler des Aufsteigers nach dem ersten Bundesliga-Heimsieg seit April 1997 geschlafen haben. „Ich habe eine leidenschaftliche Fortuna gesehen. Natürlich waren auch wir nicht fehlerfrei. Die Tore haben uns aber Auftrieb gegeben“, sagte Trainer Norbert Meier nach zuletzt sieben Begegnungen ohne Erfolg.

Allerdings plagen auch die ohnehin schon ersatzgeschwächten Düsseldorfer vor dem Spiel am Dienstag (20.00 Uhr/Sky und Liga total!) bei Meister Borussia Dortmund neue Verletzungssorgen. Abwehrchef Jens Langeneke wird wohl wegen einer Innenbandverletzung im Knie fehlen, auch Tobias Levels klagte nach dem Sieg gegen den HSV über Schmerzen im Knie.

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