Gündogan freut sich auf DFB-Debüt: "Ein Traum"

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Ilkay Gündogan steht vor seinem Debüt in der A-Nationalmannschaft des DFB.

Dotrmund - Borussia Dortmund dürfte mit Ilkay Gündogan bald einen weiteren Nationalspieler im Kader haben. Damit passt er bestens in die "Jugend-forscht-Abteilung" des BVB.

Die Nachricht per Telefon kam für Ilkay Gündogan schließlich doch überraschend und löste einen Jubelsturm aus. „Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich in der Nationalmannschaft spielen möchte. Dass es so schnell geht - das ist ein Traum,“ sagte der Mittelfeldspieler vom deutschen Meister Borussia Dortmund. Bundestrainer Joachim Löw hatte Gündogan zwar kürzlich als Motivationsspritze eine Berufung in Aussicht gestellt, aber nun nominierte er ihn schon für das Länderspiel am nächsten Mittwoch gegen Brasilien.

Dort befindet sich der 20 Jahre alte gebürtige Gelsenkirchener mit türkischen Wurzeln in vertrauter Gesellschaft, denn auch die Dortmunder Sven Bender, Mats Hummels und Mario Götze gehören zum Kader. Die Borussen können sich über einen weiteren Nationalspieler freuen, obwohl Gündogan erst am Freitag (20.30 Uhr/ARD, Sky und Liga total!) beim Saisonauftakt gegen den Hamburger SV seinen Bundesliga-Einstand in Schwarz-Gelb geben wird.

Schon in seiner Nürnberger Zeit und den Juniorenteams des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bewies Gündogan seine Talente. Bislang dreimal stand er in der U21-Auswahl. Die Entscheidung, ob er wie Nuri Sahin für die Türkei oder Deutschland spielen würde, war für ihn schon früh gefallen. Für Gündogan steht fest: Es soll nicht bei der einen Berufung bleiben. „In Dortmund werde ich weiter hart an mir arbeiten, dann kommt alles andere von allein.“

BVB-Trainer Jürgen Klopp hatte sich schnell auf Gündogan als Ersatz für den zu Real Madrid abgewanderten Sahin festgelegt und um den Youngster gekämpft, der im Anforderungsprofil exakt zu Klopps Philosophie passt. Ausgerechnet der erste Saisongegner HSV war der größte Konkurrent. Trainer Michael Oenning, der Gündogan aus gemeinsamen Zeiten in Bochum und beim Club kennt, hoffte auf den Zuschlag.

Doch die sportliche Perspektive, die junge Mannschaft, die Fans und das Stadion gaben schließlich den Ausschlag pro BVB. Eigentlich ein Kuriosum, denn das Fußballspielen lernte Güdogan auf dem Terrain des Dortmunder Erzrivalen Schalke 04, bei dem er sogar ein Jahr in der Jugend spielte. Dennoch wurde er bei den Borussen, bei denen er einen Vierjahresvertrag unterschrieb, mit offenen Armen empfangen. Und er fühlt sich in seiner neuen Wahlheimat sauwohl. „Hier stimmt einfach alles. Es macht unheimlich viel Spaß“, sagte er. Der Nährboden für eine erfolgreiche Karriere - auch im Nationalteam - scheint geschaffen.

Obwohl er beim BVB die Position von Sahin einnehmen soll, auf der er seine ausgeprägte Technik sowie die Fähigkeit, knifflige Situationen spielerisch zu lösen, und auch seine Schnelligkeit nutzen kann, will er mit dem Spanien-Legionär nicht verglichen werden. „Nuri kann man nicht ersetzen. Ich möchte mit meinen eigenen Qualitäten meinen eigenen Weg gehen“, betonte Gündogan. Wohin dieser führen wird, weiß auch Klopp nicht: „Auch bei ihm ist noch eine Menge Luft nach oben.“ Unbestritten könnte jedoch 2011 das richtungweisende Jahr für Ilkay Gündogan werden.

Hecking ärgert sich über Gündogan-Nominierung

Nürnberg-Trainer Dieter Hecking hat mit Unverständnis auf die Nominierung von Ilkay Gündogan für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft reagiert. “Es ist ärgerlich, dass er nicht früher nominiert wurde, sonst wäre er unser Nationalspieler gewesen“, sagte der Coach des Bundesligisten am Donnerstag und fügte hinzu: “Anscheinend muss man doch erst zu einem großen Verein wechseln, um diese Wertschätzung zu bekommen.“ Hecking betonte zwar, dass er sich für Gündogan freue, kritisierte aber vor allem den Zeitpunkt der erstmaligen Berufung des ehemaligen Nürnbergers. Denn der 20-Jährige habe für seinen neuen Verein noch kein Bundesligaspiel absolviert.

Gündogan war nach dem Ende der vergangenen Saison vom 1. FC Nürnberg zu Borussia Dortmund gewechselt. Bundestrainer Joachim Löw hatte ihn am Donnerstag als einzigen Neuling für das Aufgebot der Nationalmannschaft für das Länderspiel gegen Brasilien am nächsten Mittwoch (10. August) in Stuttgart nominiert.

sid

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