Rotation gegen Hannover

Pep: Können Titel nicht mit nur elf Spielern holen

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Bayern-Trainer Pep Guardiola rotierte gegen Hannover - und behielt damit Recht

 München - Franck Ribéry und Arjen Robben auf der Bank, Mario Götze auf der Tribüne, Martínez und Thiago noch verletzt - na und? Pep Guardiola erklärte seine Rotation.

„Wir können Titel nicht nur mit elf Spielern gewinnen; das ist unmöglich. Wir haben viele gute Spieler, die alle spielen können“, betonte Trainer Pep Guardiola nach dem 4:1 (2:1)-Erfolg im Zweitrundenspiel des DFB-Pokals gegen Hannover 96.

Der spanische Starcoach freute sich am Mittwochabend an der Seitenlinie über den überlegenen Auftritt seines Ensembles, Karl-Heinz Rummenigge auf der Tribüne über das Weiterkommen und ein Geburtstagsständchen. Und auf dem Platz lief Thomas Müller beim Achtelfinaleinzug des Titelverteidigers zu Hochform auf. In seinem 23. Spiel im Cup-Wettbewerb schraubte der Mr. Pokal die Zahl seiner Scorerpunkte dank eines Doppelpacks auf 23 hoch.

„Er hat heute wieder bewiesen, dass er brandgefährlich ist vor dem Tor, ob mit dem Kopf, ob mit der Brust oder Schulter, wie auch immer. Er ist eben im Sechzehner extrem gefährlich“, lobte Kapitän Philipp Lahm Mitspieler Müller, der selbst unbedingt wieder ins Finale in die Hauptstadt will. „Wir haben gute Erinnerungen an Berlin, daher wollen wir dort gerne wieder hin“, betonte der 24-Jährige selbst. Müller (17./64. Minute), Claudio Pizarro (27.) und der eingewechselte Franck Ribéry (78.) machten den nächsten klaren Sieg zur Wiesn-Zeit trotz einer kleinen Schonphase vor der Pause perfekt.

„Wir haben ein schwieriges, schwieriges Spiel gegen eine große, große Mannschaft gewonnen“, befand Guardiola nach dem Duell gegen den immerhin Viertplatzierten der Bundesliga-Tabelle. Der Spanier hatte vor dem Spiel noch erklärt, er könne angesichts von Verletzten nicht so viel rotieren, wie er gerne wolle. Aber er bot dennoch im Vergleich zum Sieg auf Schalke fünf neue Spieler auf. „Man hat wieder gesehen, dass die Spieler, die reinkommen, auch ihre Leistung abrufen, dass da wenig Abfall ist innerhalb der Mannschaft. Das ist absolut top und sicher etwas Positives, was wir heute aus dem Spiel rausnehmen“, hob Lahm hervor.

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Man könne „mit den letzten Auftritten sehr zufrieden sein. Wir sind absolut auf einem guten Weg“, fügte er an. Von einem „perfekten Spiel“ wollte Lahm aber nichts wissen: „Es geht immer besser.“ Zumal sich die Münchner gegen 96 nach dem 2:0 eine Schwächephase leisteten, die Hannover durch Didier Ya Konan (37.) den Anschlusstreffer bescherte.

„Da haben wir unsere Ordnung verloren“, monierte Guardiola und Pizarro ergänzte trotz des 13. Achtelfinal-Einzugs der Bayern in Serie kritisch: „Wenn wir unsere Chancen nutzen, wird es schwierig uns zu halten. Aber nach dem 2:0 haben wir aufgehört. Gegen Hannover geht das mal, aber gegen einen großen Gegner kann das tödlich sein. Das darf nicht passieren.“

Der für Ribéry gebrachte Xherdan Shaqiri etwa legte gleich zwei Treffer auf. Der für Mario Mandzukic aufgebotene Pizarro erzielte sein insgesamt 27. Tor im Pokalwettbewerb und zog damit in der Bestenliste mit Triple-Trainer Jupp Heynckes gleich. „Wenn wir unsere Chancen nutzen, wird es schwierig, uns aufzuhalten“, erklärte der bald 35-jährige Pizarro nach seinem zweiten Saisoneinsatz von Beginn an. „Wir haben einen breiten Kader und wissen, dass jeder Spieler gebraucht wird“, sagte Lahm über das aktuelle Team.

Mit möglichen zukünftigen Transfers, wie dem von Robert Lewandowski, mochte sich Lahm indes nicht befassen. Der BVB-Star hatte am Vortag angedeutet, dass sein erwarteter Wechsel von Borussia Dortmund zum FC Bayern München Anfang 2014 fix gemacht werden dürfte. „Da können wir uns gerne drüber unterhalten, wenn er dann unterschrieben hat“, erklärte Lahm.

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Die Gäste staunten auch schon über die aktuelle Qualität. „Die Ausgeglichenheit der Mannschaft ist noch ausgeglichener als in der letzten Saison. Schon beeindruckend: eine Mannschaft die immer zulegen kann und immer noch Optionen hat. Da passt alles“, rühmte etwa Hannovers Vereinschef Martin Kind. Zweimal binnen eineinhalb Wochen waren die Niedersachsen nun in München zu Gast. Mittendrin in einer Phase, in der sich das Guardiola'sche System mehr und mehr entwickelt.

„Es war klar, dass er Zeit brauchen würde, die zwei Systeme FC Barcelona und Bayern München miteinander zu verbinden. Aber ich bin ziemlich sicher, dass diese beiden Kulturen bald verwachsen“, betonte Vereinspräsident Uli Hoeneß bereits am Tag vor der Partie. Nach dem Schlusspfiff schlenderte er an der Seite von Ribéry zufrieden lächelnd aus der Arena. Doch die ganz harten Prüfungen kommen erst noch für den FC Bayern.

dpa/sid

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