"Großkreutz predigt Hass"

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Kevin Großkreutz (l.) beim Jubeln

Gelsenkirchen - Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vom FC Schalke 04 hat Kevin Großkreutz vom Erzrivalen Borussia Dortmund als verbalen Brandstifter gegeißelt.

Aufsichtsratschef Clemens Tönnies vom Fußball-Bundesligisten Schalke 04 hat die Rivalität mit Borussia Dortmund angeheizt und den Nationalspieler Kevin Großkreutz als verbalen Brandstifter gegeißelt. „Wir haben zu Borussia Dortmund ein gutes Verhältnis. Das steht außer Frage. Man sollte aber nicht verkennen, dass das, was Kevin Großkreutz macht, für das Verhältnis unter den Fans höchst problematisch ist. Er predigt Hass und stichelt so die Rivalität in einem höchst gefährlichen Maße an. Bei aller sportlichen Rivalität ist das zu viel. Es gibt bei beiden Vereinen sonst keinen Spieler oder Funktionär, der dies tut“, sagte Tönnies der Sport Bild.

Beim deutschen Meister Dortmund stieß er damit auf Unverständnis. Der BVB reagierte gelassen, aber in aller Deutlichkeit. „Herr Tönnies ist ein netter Kerl, aber manchmal sehr weit weg von den Dingen des täglichen Lebens“, sagte der Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem Sport-Informations-Dienst (SID). Wenn man jetzt so tue, als sei „Kevin das alleine, ist das einfach peinlich“.

Für ihn, sagte Watzke, seien solche Aussagen „Heuchelei. Ich hätte mir gewünscht, Herr Tönnies hätte so etwas mal gesagt, als Gerald Asamoah noch auf Schalke gespielt hat.“ In einem Punkt allerdings gebe er Tönnies Recht: „Wir sind uns gegenseitig zu lebenslanger Rivalität verpflichtet. Diese sollte aber immer sportlich bleiben und nicht ausarten.“

Großkreutz lebt die Rivalität mit den Königsblauen regelmäßig aus. Er war nach dem DFB-Pokal-Halbfinale des BVB beim Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth (1:0 n.V.) auf den früheren Schalker Asamoah zugestürmt und soll diesen beleidigt haben. Auf dem Weg zur Meisterschaft muss der BVB am 31. Spieltag noch auf Schalke antreten. Trainer Jürgen Klopp sagte, seine Mannschaft wolle „dort sportlich überzeugen. Ich habe nicht das Gefühl, dass wir in den nächsten Wochen in Sack und Asche durch die Gegend laufen müssen.“ Auch Klopp hatte nach dem Pokalsieg in letzter Sekunde sehr emotional reagiert.

Tönnies ist der Überzeugung, dass sich die Spieler vor allem wegen der steigenden Gewalt rund um die deutschen Stadien mit Attacken gegen andere Klubs zurückhalten sollten. „Ich möchte, dass Familien ins Stadion kommen können. Dafür verzichte ich auf 100 Rowdys. Die Qualität der Gewalt hat sich ins Negative verändert. Das sind teils Auswüchse, denen man nur mit höchster Konsequenz entgegenwirken kann. Wir als Hausherren der Stadien sind verpflichtet, gegen diese Leute vorzugehen und sie auszuschließen“, sagte der 55-Jährige.

sid

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