Die große Sehnsucht des José Mourinho

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José Mourinho hat die Champions League schon drei Mal gewonnen.

Dortmund - „The Special One“ ist unter Zugzwang: Angesichts des schwachen Ligastarts muss Real Madrids Star-Trainer Jose Mourinho fast zwangsweise den ersehnten zehnten Titel in der Champions League gewinnen.

Im Flugzeug hatte Jose Mourinho wieder seinen Stammplatz reserviert. Reihe 10, Platz D, am Gang - angesichts der Sehnsucht des Trainers von Real Madrid vor dem Champions-League-Spiel beim deutschen Meister Borussia Dortmund (20. 45 Uhr/Sky und ZDF) ein deutliches Zeichen.

Der Portugiese soll, will und muss endlich Madrids zehnten (spanisch: „Decima“) Titel in der Königsklasse gewinnen. Es wäre für „The Special One“ nach den Erfolgen mit dem FC Porto und Inter Mailand der dritte Triumph - für ihn, der sich für den Größten hält, wäre es die Bestätigung des Selbstbildes. In der Liga hecheln die Königlichen nach acht Spieltagen mit nur 14 Punkten Erzrivale und Spitzenreiter FC Barcelona (22) hinterher - nach dem glücklichen 2:2 im Clasico Anfang Oktober erscheint eine Aufholjagd fast unmöglich.

Mourinho persönlich wird das weniger stören. Die ersehnte Meisterschaft feierte er bereits in der vergangenen Saison. „Ihr könnt mich mögen oder nicht, aber ich bin der Einzige, der den Titel in den drei wichtigsten Ligen gewonnen hat“, hatte er endlich sagen können. Gewandelt hat sich der Trainer der deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Sami Khedira indes doch. Inzwischen spricht Mourinho wieder mit der Presse, lässt sich nicht nach jedem Spiel über vermeintliche Katastrophen-Fehler der Schiedsrichter aus.

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Vor dem Spiel in Deutschland, wo Madrid nur eines von 23 Gastspielen gewonnen hat, zollt er dem BVB höchsten Respekt. „Ich bin nicht sicher, ob Manchester City unser stärkster Gegner ist“, sagte er mit Blick auf die „Todes-Gruppe“ C mit dem englischen Meister, den Schwarz-Gelben und Ajax Amsterdam: „Dortmund ist zweimal in Folge Meister geworden, gut organisiert und hat mit den vielen deutschen Spielern viel Erfahrung.“ Zudem seien „Stadion und Fans sehr beeindruckend, die ihre Mannschaft stets bis zum Ende anfeuern“, sagte er.

Den „besten Trainer der Welt“ (Real-Präsident Florentino Perez) plagen jedoch Verletzungssorgen: Marcelo, Alvaro Arbeloa und Fabio Coentrao sind verletzt, damit fehlt fast die gesamte Außenverteidigung. Im Punktspiel gegen Celta Vigo am vergangenen Samstag (2:0) musste Mittelfeldstratege Michael Essien, Leihgabe des FC Chelsea, auf der linken Abwehrseite aushelfen. Die Defensive ist zweifellos die Achillesferse: In zwei Gruppenspielen kassierte sie schon drei Gegentreffer, in insgesamt zwölf Saisonspielen immerhin schon 14.

sid

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