Bis an die Grenze: Sieg macht Hannover Mut für BVB-Spiel

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Hannover 96 geht optimistisch in das Spiel gegen Borussia Dortmund.

Hannover - Mit viel Energie und zehn Mann drehte Hannover 96 das Match gegen Levante. Nun wollen die Niedersachsen ihren Fans gegen Borussia Dortmund ein erneutes Fußball-Spektakel liefern.

Viel Zeit zum Akku-Aufladen hat Hannover 96 bis zum nächsten Fußball-Fest gegen Borussia Dortmund nicht. Das imponierende 2:1 (1:1) mit zehn Mann gegen UD Levante raubte viele Kräfte. Der Unterzahl-Sieg in der Europa League war aber auch ein Mutmacher für das Bundesliga-Match am Sonntag, „Wir haben 48 Stunden Zeit, zu regenerieren. Wenn wir alles richtig machen, sind wir wieder voll da“, versprach 96-Trainer Mirko Slomka. „Es ist eine besondere Motivation, gegen den deutschen Meister zu spielen.“

Ein umstrittener Elfmeter-Pfiff des unsicheren Schiedsrichters Liran Liany (Israel) weckte die 96-Profis und die diesmal nur 34 600 Fans am Donnerstagabend aus ihrer anfänglichen Lethargie. Verteidiger Karim Haggui hatte den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Theofanis Gekas im Gewühl gefoult. Liany wertete das als Notbremse, obwohl Mario Eggimann, dem er zunächst Rot gezeigt hatte, in unmittelbarer Nähe stand. „Elfmeter ja, die Gelbe Karte hätte aber gereicht. Der Platzverweis für Haggui war unberechtigt, andererseits aber ein Weckruf“, erklärte Slomka.

Levante-Profi Michel (10. Minute) verwandelte unter den Pfiffen des wütenden Publikums den Elfmeter. Die zehn verbliebenen 96-Spieler schüttelten sich aber nur kurz und machten sich auf die erfolgreiche Aufholjagd. „Es ist relativ schnell ein kompliziertes Spiel geworden. Manchmal braucht man solche Situationen, um an die Grenze gehen zu können“, analysierte 96-Sportdirektor Jörg Schmadtke das erneute Spektakel im zehnten Europapokal-Heimspiel in 15 Monaten.

Mittelfeld-Regisseur Szabolcs Huszti (21.) per Handelfmeter und Torjäger Didier Ya Konan (49.) belohnten mit ihren Treffern den bemerkenswerten Kraftakt auf dem regendurchtränkten Boden. Torwart Ron-Robert Zieler rettete zweimal in Klasse-Manier gegen die biederen Spanier, die ihre Überzahl nur selten ausspielen konnten. „Viel laufen, viel kämpfen, hart arbeiten“, erläuterte Publikumsliebling Ya Konan das Erfolgsrezept der Niedersachsen.

Ob diese Tugenden gegen den BVB reichen, um auch das 22. Bundesliga-Heimspiel hintereinander ohne Niederlage zu überstehen, entscheidet sich am Sonntag. In der Europa-League-Gruppe L führt Hannover 96 nach zwei Spieltagen die Tabelle mit 4 Punkten vor Levante (3), Twente Enschede (2) und Helsingborg (1) an. „Wir hatten gehofft, Erster zu sein. Aber es ist eigentlich noch nichts passiert“, warnte Slomka vor voreiligen Hochrechnungen.

„Es kann noch in alle Richtungen gehen“, sagte Levante-Spieler Christian Lell. Der frühere Bundesliga-Profi wurde mit Verdacht auf eine Oberschenkelzerrung bereits nach einer halben Stunde ausgewechselt. Seine Zeit beim FC Bayern München hat er nicht vergessen. „96 sollte gegen Dortmund gewinnen und den Bayern damit in die Karten spielen“, wünschte sich Lell.

dpa

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