Zentralrat der Juden: Druck auf den DFB

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Dieter Graumann

Frankfurt/Main - Dieter Graumann, Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland, stellt nach der Hetze gegen den israelischen Profi Itay Schechter Forderungen an die deutsche Nationalmannschaft.

Das Team soll während der EURO in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) die Holocaust-Gedenkstätten in Auschwitz oder Babyn Jar besuchen.

„Der Fall Shechter macht auch in Israel Schlagzeilen“, sagte Graumann der Sport Bild: „Desto wichtiger wäre es, wenn der DFB und die Nationalmannschaft ein Zeichen setzen. Ich finde es unvorstellbar, dass die Deutschen während der EM nicht eine der Holocaust-Gedenkstätten in Auschwitz oder Babyn Jar besuchen.“

Im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurden mehr als eine Million Juden von den Nazis ermordet. In Babyn Jar erschossen Wehrmacht und Waffen-SS mehr als 33.000 Juden in einer Schlucht vor Kiew. „Die englische Nationalmannschaft kommt nach Auschwitz. Es würde ein fatales Signal an die Welt gesendet, wenn die Deutschen keine Gedenkstätte besuchen. Die jungen deutschen Spieler tragen nicht die Schuld, aber die Verantwortung“, sagte Graumann.

Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff wehrte sich gegen die Vorwürfe und unterstrich, dass sich die sportliche Führung der DFB-Auswahl sehr wohl mit dieser Thematik auseinandersetze. „Natürlich greifen wir die Holocaust-Thematik mit den Spielern auf. In welcher Form haben wir noch nicht abschließend entschieden. Es kann ein Kamin-Gespräch sein oder ein Vortrag. Wir machen uns schon seit Mitte vergangenen Jahres darüber Gedanken und haben auch einen Besuch in Auschwitz in Erwägung gezogen“, sagte Bierhoff.

sid

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