Gomez-Show gegen Neapel - Schweinsteiger schwer verletzt

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Gewonnen, aber eine hohen Preis bezahlt: Sebastian Schweinstiger musste in der zweiten Hälfte des Spiels gegen Neapel mit einer schweren Schulterverletzung vom Platz getragen werden.

München - Grande Gomez! Angeführt von “Tormaschine“ Mario Gomez haben die Bayern gegen den SSC Neapel den Einzug ins Achtelfinale der Champions League praktisch perfekt gemacht.

Mit seinem lupenreinen Hattrick (17./23./42. Minute) war der Fußball-Nationalstürmer am Mittwochabend beim 3:2 (3:1) der überragende Akteur vor 66 000 begeisterten Zuschauern in der ausverkauften Münchner Arena. Die Kopfballtore von Federico Fernández (45./79.) waren lediglich Schönheitsfehler beim 200. Europacupsieg des FC Bayern, der die Sehnsucht auf ein Heimfinale 2012 schürte.

Arg getrübt wurde die Freude der Münchner indes durch die Schulterverletzung von Bastian Schweinsteiger, der sechs Minuten nach der Pause vom Feld musste. Eine erste Diagnose im Krankenhaus ergab einen Schlüsselbeinbruch bei dem Nationalspieler, der damit wohl für den Rest der Hinrunde ausfällt. 13 Minuten vor dem Ende sah Holger Badstuber (77.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot. Da auch Neapels Camilo Zuniga wegen eines Tritts gegen Franck Ribéry (70.) mit Gelb-Rot bedacht wurde, beendeten beide Mannschaften die Partie zu zehnt.

Das Team von Trainer Jupp Heynckes feierte in der Heimfestung Allianz Arena den neunten Pflichtspielsieg in Serie - bei famosen 36:2 Treffern! Nach dem vierten Spieltag führt der deutsche Rekordmeister seine vermeintliche Hammergruppe mit zehn Punkten klar vor Manchester City (7), Neapel (5) und dem FC Villarreal (0) an. Für das rechnerische Weiterkommen genügt bereits ein Unentschieden im nächsten Heimspiel am 22. November gegen Punktelieferant Villarreal.

Frühe Tore bleiben ein Markenzeichen der Bayern in dieser Saison - das mussten auch die ambitionierten Italiener in München schmerzvoll erfahren. Nach gerade einmal 23 Minuten war die Partie dank Gomez bereits entschieden und dem SSC Neapel der Zahn gezogen. Mit jetzt insgesamt 17 Treffern in der Champions League übertraf der nicht zu bremsende Nationalstürmer Michael Ballack als besten deutschen Schützen in der Königsklasse. Mit dem Vorsprung im Rücken spielte der Bundesliga-Spitzenreiter anschließend wie aufgedreht, degradierte die bemitleidenswerten Gegenspieler fast zu Statisten und versetzte die Fans mit seinen Kombinationen in pures Entzücken.

Auf nebelfeuchtem Rasen hatten die Münchner nur anfangs Probleme mit dem ungewohnten System der mit einer Dreier-Abwehrkette operierenden Italiener. Neapel attackierte früh und störte damit den Aufbau der Hausherren in der Startphase empfindlich. Doch mit Gomez' Doppelschlag waren die Weichen gestellt. Nach 17 Minuten verwertete die “Tormaschine“ der Bayern eine mustergültige Vorarbeit des starken Schweinsteiger und lenkte den Ball aus 14 Metern unhaltbar für SSC-Keeper Morgan de Sanctis zur 1:0 ins Netz - das 700. Europacup-Tor des FC Bayern. “Ich habe ihn lange nicht so gut gesehen“, lobte Ehrenpräsident Franz Beckenbauer den Angreifer.

Sechs Minuten später traf der Nationalstürmer, der im Hinspiel noch mit einem Strafstoß gescheitert war, nach Zuspiel von Toni Kroos aus abseitsverdächtiger Position zum zweiten Mal. Den Hattrick machte der alles überragenden Angreifer vier Minuten vor der Pause perfekt, als er nach einem von de Sanctis zu kurz abgewehrten Kroos-Schuss am schnellsten reagierte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. In 17 Pflichtspielen dieser Saison traf Gomez damit bereits zum 19. Mal ins Schwarze.

Kaum mehr als ein Schönheitsfehler für den deutschen Rekordmeister war das Anschlusstor durch den argentinischen Champions League-Debütanten Fernandez, der Sekunden vor der Pause einen Freistoß von Ezequiel Lavezzi einköpfte. Für Bayern-Keeper Manuel Neuer war es das erste Gegentor in der heimischen Arena seit dem 0:1 beim Bundesliga-Start am 7. August gegen Borussia Mönchengladbach.

Ohne Taktgeber Schweinsteiger kam ein Bruch ins Spiel der Münchner, deren Angriffsmotor im zweiten Durchgang längst nicht mehr so schwungvoll lief. Nach dem zweiten Gegentreffer durch Fernandez mussten die Bayern in der Schlussphase sogar noch einmal zittern.

dpa

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