Gomez: Das muss die letzte Warnung sein!

Basel - Der FC Bayern hat aus dem Ausrutscher in Freiburg offenbar seine Lehren gezogen. Nach der Ankunft zum Champions-League-Achtelfinale in Basel zeigt sich Stürmer Mario Gomez geläutert.

Beim FC Bayern ist Schluss mit lustig. Angespannt bezog die Rekordmeister-Reisegruppe am Dienstag Quartier in der beschaulichen Schweiz, wo man die großen Saisonziele nicht noch weiter gefährden will. “Es muss jetzt die letzte Warnung gewesen sein auch für die kommenden Wochen. Wir müssen es schnellstens hinkriegen, dass wir in jedem Spiel topkonzentriert und topmotiviert sind“, forderte Torjäger Mario Gomez einen Tag vor dem Achtelfinal-Hinspiel an diesem Mittwoch beim FC Basel (20.45 Uhr/Sky und Sat.1). Gerade auswärts, wo nur vier der vergangenen zwölf Spiele gewonnen wurden, soll drei Wochen vor dem Rückspiel in München (13. März) am besten ein Sieg mit Signalwirkung her.

Die Bayern-Bosse sorgen sich - auch bei der Reise in die Alpen-Nation von der misslichen Lage in der Liga begleitet - um die Saisonziele. Nach dem 0:0 beim Tabellenletzten SC Freiburg hatte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der Mannschaft gemeinsam mit Finanzvorstand Karl Hopfner und Sportdirektor Christian Nerlinger den Ernst der Lage in einer internen Ansprache eindringlich verdeutlicht. Die genaue Wortwahl vor dem Spiel gegen die vom ehemaligen Münchner Heiko Vogel trainierten Schweizer verriet der Vorstandschef natürlich nicht. Der Tenor war aber auch so eindeutig.

“Es muss eine andere Gangart her, das ist völlig klar“, forderte Rummenigge. Dass gleich ein Chef-Trio auflief, sollte auch dem Letzten im Team die Bedrohlichkeit der Situation verdeutlicht haben. Mit Leistungen wie am Samstag bleibt das Königsklassen-Finale am 19. Mai ein Traum, nicht einmal das Viertelfinale wird so zu erreichen sein.

Von Trainer Jupp Heynckes wurde der bestimmte Auftritt von Rummenigge & Co. “begrüßt“. “Ich denke, dass das Zusammenwirken aller Kräfte ganz wichtig ist“, betonte der Trainer bei der Pressekonferenz im prall gefüllten Saal “Helvetia 1“ des Teamhotels an der Messe in Basel. So komme man auch an dieser “Klippe“ vorbei.

Das Team soll eine andere Einstellung zeigen, der Trainer ist aber ebenso gefordert, aus den erstklassigen Individualisten ein schlagkräftiges Kollektiv zu formen. Nur am Ausfall von Bastian Schweinsteiger dürfen die Rhythmusstörungen nicht festgemacht werden. “Um unsere Ziele zu erreichen, müssen wir jetzt engagiert und konzentriert spielen“, betonte Rummenigge. “Jetzt warten wir mal ab, was die Mannschaft macht.“

Der Vorstandschef wünschte sich Leistungen wie bei den gefeierten Auftritten aus dem Herbst gegen Manchester City und den SSC Neapel. Und auch Heynckes forderte, “dass wir hier so agieren müssen, wie wir das in den erfolgreichen Spielen gemacht haben“. Klar, so der 66-Jährige, sei Freiburg ein “Rückschlag“ gewesen. “Wir müssen mit solchen Spielen zurechtkommen und uns auf ein Ereignis wie am Mittwoch fokussieren“, betonte Heynckes.

Doch warum sollte es ausgerechnet auswärts klappen? Wettbewerbsübergreifend haben die Münchner nur vier der vergangenen zwölf Spiele in der Fremde gewonnen. “Es gibt halt einen Unterschied zwischen Auswärts- und Heimspielen. Da wird die Mannschaft dran arbeiten müssen, dass auswärts auch die Punkte und Erfolge erzielt werden. Sonst werden wir unsere Ziele dieses Jahr nicht erreichen können“, sagte Rummenigge.

Eine Niederlage beim Schweizer Meister würde die Situation weiter verschärfen. Zumal am Sonntag mit dem FC Schalke 04 der nächste Stolperstein droht. Groß ist auch der Respekt vor den Schweizern, denen der frühere Münchner Jugendcoach Vogel ein kluges Spielsystem gelehrt hat. Heynckes machte in der Champions League, in der Basel gar Manchester United rauswarf, eine “wunderbare Haltung“ aus. Brisant ist auch das Duell mit dem künftigen Münchner Xherdan Shaqiri. “Ich gebe 100 Prozent für den FC Basel“, versprach der Schweizer Nationalspieler.

dpa

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