Götze-Verkauf? Klare Worte vom BVB

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Mario Götze (l.), hier im Spiel gegen Arsenal

Dortmund - Mario Götze ist europaweit begehrt - unter anderem beim FC Bayern und bei Real Madrid. Jetzt hat sein Chef Hans-Joachim Watzke einen Verkauf ausgeschlossen - und ein Hintertürchen für die Zukunft offen gelassen.

Mario Götze bringt die Bosse des deutschen Fußball-Meisters Borussia Dortmund noch um den Schlaf. Denn Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und auch Trainer Jürgen Klopp müssen sich regelmäßig mit Fragen zu angeblichen Interessenten der europäischen Spitzenkategorie auseinandersetzen. Diesmal ist es der spanische Rekordmeister Real Madrid, der die Telefone pausenlos klingeln ließ. Die Königlichen sollen nach einem Bericht der Sporttageszeitung “Marca“ bereit sein, 50 Millionen Euro in den deutschen Nationalspieler zu investieren.

“Erstens: Es gibt kein Angebot von Real Madrid. Zweitens: Es ist völlig klar, dass Mario nicht zur Disposition steht. Insofern ist das Ganze eine Phantomdiskussion“, sagte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Nachrichtenagentur dapd am Dienstag. Michael Zorc ist sich der Situation bewusst, mit der sich die Führungsetage auseinandersetzen muss. “Es ist klar, dass er für die großen Klubs interessant ist. Aber Mario hat Vertrag bis 2014, und er wird definitiv noch einige Zeit für uns spielen“, erklärte der Champions-League-Sieger von 1997.“

Auch Klopp sagte in der “Bild Zeitung“, dass sich an der Haltung des Klubs nichts geändert habe: “Wir sind doch nicht bei 'Wünsch Dir was'.“

Watzke will Ruhe für Götze

Doch der 19 Jahre alte Mittelfeldspieler lässt die europäischen Großklubs mit seinen Darbietungen, seinen Anlagen und seinem Alter aufhorchen. Jüngster Beweis seiner Klasse war der starke Auftritt beim 3:1 der deutschen Nationalmannschaft in Istanbul gegen die Türkei. Wegen des Bundesliga-Spitzenspiels des BVB bei Werder Bremen am Freitag (20.30 Uhr) hatte Götze im letzten EM-Qualifikationsspiel des DFB-Teams gegen Belgien in Düsseldorf nicht mehr mitgewirkt.

Eine Verschnaufpause, die Watzke auch gerne in der öffentlichen Diskussion sehen würde. “Man tut dem Jungen keinen Gefallen mit diesem Schwachsinn“, sagte der BVB-Boss. Direkt vor dem ersten Champions-League-Auftritt der Dortmunder in dieser Saison gegen den FC Arsenal hatten Spekulationen, dass die Gunners 40 Millionen Euro für Götze bieten würden, für Wirbel gesorgt. Zudem haben auch die Verantwortlichen des FC Bayern den Youngster öffentlich gelobt und ihm ein Engagement in der ferneren Zukunft schmackhaft gemacht.

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Zorc nimmt Wort “unverkäuflich“ nicht in den Mund

Nach der Meister-Saison hatte sich Real Madrid für eine festgeschriebene Ablösesumme von zehn Millionen Euro bereits den Dortmunder Schlüsselspieler Nuri Sahin geangelt. Das Thema Götze wird auch in Zukunft weiterkochen. Watzke, Zorc und Klopp sind sich bewusst, dass man sich mit einem echten Angebot in astronomischen Höhen schon aus betriebswirtschaftlichen Gründen auseinandersetzen muss.

Watzke hatte angesichts der glänzenden wirtschaftlichen Daten noch bei der Bilanz-Pressekonferenz vor einigen Wochen verkündet, dass man keine Stars verkaufen müsse und man auch kein Ausbildungsbetrieb sei, der die Talente versilbere. Die Verbindlichkeiten des einzigen deutschen börsennotieren Fußball-Klubs sind von einst 180 Millionen Euro auf rund 60 Millionen geschrumpft.

“Ich habe nie gesagt, dass er unverkäuflich ist. Ich habe nur gesagt, dass wir ihn jetzt nicht verkaufen werden, egal, was kommt. Fertig aus!“, sagte Watzke dapd. Zorc nahm die Spekulationen mit Humor : “Das Wort 'unverkäuflich' nehme ich nicht in den Mund. Das hat die Vergangenheit gelehrt. Wir beobachten im Gegenzug nun Cristiano Ronaldo.“

dapd

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