Hier verschießt Wendt den Handelfmeter

Gladbach vergeigt Sieg in der Nachspielzeit

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Oscar Wendt vergibt den Sieg in der Nachspielzeit.

Nikosia - Trainer Lucien Favre hat hoch gepokert und zumindest nicht verloren. Oscar Wendt verpasste per Handelfmeter den Siegtreffer für die Gladbacher.

Ein verschossener Handelfmeter von Oscar Wendt hat Borussia Mönchengladbach den erhofften Sieg zum Start in die Europa League gekostet. Beim 0:0 gegen Zyperns Meister AEL Limassol traf der Schwede in der achten Minute der Nachspielzeit nur die Unterkante der Latte und setzte so den Schlusspunkt unter eine über weite Strecken enttäuschende Leistung. „Wir haben zwei Punkte verschenkt, weil wir unsere Chancen nicht nutzen. Insgesamt war unsere Leistung okay. Die Sache mit dem Elfmeter war schade. Oscar war als Elfmeterschütze vorgesehen“, sagte Trainer Lucien Favre.

Gegen den vermeintlich leichtesten Gruppengegner fand Favres Mannschaft ohne zahlreiche Stammspieler nur selten zu ihrem Spiel und hat schon nach der ersten Begegnung schlechte Karten im Rennen um den Einzug in die Zwischenrunde. Bei sommerlichen Temperaturen von 25 Grad zeigte die Borussia einzig in der Anfangsphase eine überzeugende Leistung, ließ dann aber im Spielaufbau die nötigen Ideen vermissen.

Dabei machte sich auch das Fehlen mehrerer Leistungsträger bemerkbar. Neuzugang Granit Xhaka und Martin Stranzl saßen zunächst auf der Bank, Luuk de Jong, Juan Arango und der eigentliche Elfmeterschütze Filip Daems waren erst gar nicht mitgeflogen. „Wir spielen am Sonntag wieder Bundesliga, dann Mittwoch. Es wäre dumm, es anders zu machen“, verteidigte Favre seine personellen Entscheidungen.

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Dabei begann die Borussia vor 10.000 Zuschauern in Niksoia stark und überwand die zunächst überforderte Abwehr der Gastgeber immer wieder mit schnellem Direktspiel. Wie zuletzt in der Bundesliga haperte es einzig im Abschluss: Schon nach 30 Sekunden übersah Alexander Ring den mitgelaufenen Mike Hanke, der aus fünf Metern nur noch hätte einschieben müssen. Wenig später traf Hanke aus zehn Metern den Innenpfosten (5.).

Mit zunehmender Spieldauer kam Limassol besser in die Partie, Gladbach verlor den Faden. Die Borussia, die in der Gruppenphase noch auf Fenerbahce Istanbul und Olympique Marseille trifft, offenbarte im Spielaufbau deutliche Schwächen und fand kein Mittel mehr gegen die aggressiv störenden Gastgeber. Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen musste bei der besten Limassol-Chance gegen Rui Miguel Kopf und Kragen riskieren (24.). Gefährlich wurden die Gäste erst wieder bei einem Freistoß von Tolga Cigerci (40.), den Torhüter Matias Degra zur Ecke klärte.

Nach dem Seitenwechsel brachte Favre zwar den Schweizer Xhaka für den schwachen Startelf-Debütanten Branimir Hrgota, die 1000 mitgereisten Borussen-Anhänger bekamen dennoch nur wenige gelungene Aktionen ihrer Mannschaft zu sehen, die Ende August in den Play-offs zur Champions League knapp an Dynamo Kiew gescheitert war. Stattdessen rückte ter Stegen immer mehr in den Blickpunkt: Gegen den Ivorer Djilly Vouho (49.) und den Brasilianer Edmar (51.) bewahrte der 20 Jahre alte Schlussmann seine Mannschaft vor einem Rückstand.

In der Schlussphase entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe mit Chancen auf beiden Seiten. Von einem vermeintlichen Klassenunterschied war nichts zu sehen: Während die Zyprer mit ihrem starken Pressing für viel Druck sorgten, brachte bei Gladbach der eingewechselte Xhaka neuen Schwung ins Spiel. Ein wuchtiger Kopfball des Schweizers nach Flanke von Patrick Herrmann (60.) verfehlte ebenso das Ziel wie zuvor ein Versuch der einzigen Spitze Hanke, der den Ball nicht richtig traf (54.). Auch ein Hanke-Schuss von der Strafraumgrenze (68.) führte nicht zum Erfolg.

Bei der Borussia überzeugten Torhüter Marc-Andre ter Stegen und der in der zweiten Halbzeit starke Patrick Herrmann. Limassol hatte in Djilly Vouho und Rui Miguel die auffälligsten Akteure.

SID

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