Gladbach: "Mannschaft hat Potenzial"

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Marco Reus ist nur einer der vielen Nachwuchstalente, die Borussia Mönchengladbach in jüngster Vergangenheit an die Bundesligaspitze herangeführt hat.

Mönchengladbach - Einen sogenannten Königs-Transfer über mehrere Millionen Euro kann sich Borussia Mönchengladbach vorerst nicht leisten. Daher setzt der Club auch weiter auf die Jugend.

Alle reden über Marco Reus, dabei haben sich im Schatten des überragenden Fußballprofis bei Borussia Mönchengladbach längst weitere Jungstars entwickelt. Dementsprechend arbeitet der Bundesliga-Club daran, seine talentierten Nachwuchsspieler langfristig zu binden. “Jeder weiß, dass wir nicht die großen Investitionen tätigen können. Wir wollen den Weg der Nachhaltigkeit gehen, deswegen auch die langfristigen Verträge“, sagte Sportdirektor Max Eberl, der sukzessive in den vergangenen Wochen Verträge mit Leistungsträgern verlängert hat.

Vor allem die Junioren-Nationalspieler Marc-Andre ter Stegen, Tony Jantschke und Patrick Herrmann haben sich in den Vordergrund und ins Team gespielt. Der Lohn: Torhüter ter Stegen, dem eine große Zukunft vorausgesagt wird, ist bis 2015 gebunden, die U 21-Auswahlspieler Jantschke und Herrmann bis 2014. Reus hat ohnehin einen langfristigen Vertrag mit Ausstiegsklausel (2015), weitere Leistungsträger wie Juan Arango und Roman Neustädter sollen in Kürze gebunden werden. Innenverteidiger Roel Brouwers hat seinen Kontrakt in dieser Woche bereits um zwei Jahre verlängert.

“Wir haben immer an die Qualität der Mannschaft geglaubt und deshalb den Fokus daraufgelegt, das Team zusammenzuhalten. Wir wussten, dass die Mannschaft Potenzial hat und durch die Erfahrungen der letzten Saison einen Schritt nach vorn gemacht hat“, sagte Eberl. Transfers von fünf Millionen Euro oder mehr sind für die Gladbacher ohnehin nicht denkbar. Für Trainer Lucien Favre kein Problem. “Das wusste ich von Anfang an. Das habe ich total akzeptiert“, sagte der Borussen-Coach. “Darum haben wir uns auch vor der Saison entschieden, nur junge Spieler zu verpflichten“, meinte Favre.

So wurden zu Beginn der Spielzeit die Karlsruher Talente Matthias Zimmermann und Lukas Rupp gebunden. Beide kamen bislang nur zu Kurzeinsätzen, sollen aber mittelfristig den Weg ins Team finden. So lief es auch bei Reus. Für knapp eine Million wurde der Offensivspieler vor mehr als zwei Jahren aus Ahlen verpflichtet, mittlerweile ist der Nationalspieler die spielbestimmende Figur im Team. Ein Verkauf vor Vertragsende würde natürlich eine sportliche Schwächung bedeuten, doch der finanzielle Gewinn wäre gewaltig.

Ähnlich lief es schon immer bei der Borussia. Zuletzt spülte Marko Marin etwa 8,5 Millionen Euro in die Kassen, dafür konnten Raul Bobadilla, Arango und Reus verpflichtet werden. Der Transfer von Marcell Jansen brachte sogar mehr als zehn Millionen.

Für talentierte Nachwuchsfußballer ist das Konzept Borussias reizvoll. Professionelle Umgebung und hohe Spielanteile in einem Traditionsclub mit einem Trainer, der gerade junge Spieler ausgezeichnet schult.

Ein gutes Beispiel dafür ist Tony Jantschke. Der in der Defensive auf fast allen Positionen einsetzbare Jungprofi hatte es anfangs schwer, war verletzt und wurde erst unter Favre Stammspieler auf der rechten Verteidigerseite. Vor kurzem wurde auch sein Kontrakt verlängert. “Der Verein hat mich nie im Stich gelassen, auf der anderen Seite habe ich auch nie Stress gemacht, wenn ich meine Einsätze nicht bekommen habe. Ich sehe die Vertragsverlängerung als Vertrauensbeweis von beiden Seiten“, sagte Jantschke.

dpa

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