Profifußball will nicht an Sportwetten verdienen

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Die Einnahmen aus den Sportwetten kommen dem gemeinnützigen Sport zugute.

Frankfurt/Main - Der deutsche Profifußball verzichtet künftig zugunsten des gemeinnützigen Sports auf eine Beteiligung an staatlichen Einnahmen aus dem Bereich der Sportwetten.

Dies ergab ein Gipfeltreffen zwischen Politik und Sport am Donnerstag in Berlin. Wolfgang Niersbach, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Ligapräsident Reinhard Rauball und der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Thomas Bach, diskutierten in der Hauptstadt mit den Chefs der Staats- und Landeskanzleien der Länder den Glücksspieländerungs-Staatsvertrag, der zum 1. Juli 2012 in Kraft tritt.

„Ohne den Fußball gäbe es den Wettmarkt in seiner heutigen Form nicht. Wir freuen uns, dass dieser Zusammenhang und die Leistung des Fußballs auch von der Politik gesehen und konstruktiv diskutiert werden“, sagte Rauball: „Mit dem Verzicht auf eine Beteiligung an staatlichen Einnahmen dokumentiert der professionelle Fußball sein Verantwortungsbewusstsein und seine Solidarität mit dem gemeinnützigen Sport.“

Der gemeinnützige Sport soll durch den Verzicht des Fußballs, dessen Wettbewerbe die Grundlage 90 Prozent aller Sportwetten sind, nachhaltig gestärkt werden. „Das Gespräch hat uns ermuntert, den Dialog intensiv fortzusetzen. Der gesamte Sport steht bei diesem Thema in engem Schulterschluss zusammen“, sagte Niersbach: „Der Wunsch nach einer Beteiligung an den Einnahmen aus Sportwetten ist nicht nur inhaltlich folgerichtig, sondern ein starkes Zeichen der Solidarität. Die Gelder sollen unseren Landesverbänden für die Arbeit an der Basis zugeführt werden.“ Voraussetzung für die Änderung ist allerdings, dass bis zum 30. Juni 13 Ratifizierungsurkunden aus den 16 Bundesländern hinterlegt worden sind.

sid

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