Getöteter Linienrichter: Weitere Festnahmen

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Sportministerin Edith Schippers bei der Trauerfeier

Den Haag - Im Fall des gewaltsamen Todes des Linienrichters Richard Nieuwenhuizen nach einem Jugend-Fußballspiel hat die niederländische Polizei am Dienstagmorgen drei weitere Teenager und einen Erwachsenen verhaftet.

Zwei 16-Jährige, ein 17-Jähriger und ein 50 Jahre alter Mann kamen wie bereits zuvor vier Personen in Untersuchungshaft. 20 Ermittler sind mit dem Fall beschäftigt, weitere Verhaftungen laut Polizei nicht auszuschließen.

Der gewaltsame Tod des niederländischen Linienrichters soll nun politische Konsequenzen haben. Gewalt gegen Schiedsrichter sollen in Zukunft wesentlich strenger bestraft werden, erklärte der niederländische Justizminister Ivor Opstelten am Dienstag im Parlament in Den Haag. Die Referees müssten strafrechtlich denselben Status haben wie Polizisten, Feuerwehrleute und andere Hilfskräfte. „Man muss Autorität wieder akzeptieren“, sagte der Minister.

Sportministerin Edith Schippers betonte, dass jeder Angriff auf Schiedsrichter bei der Polizei angezeigt werden müsse. Die Polizei werde diese direkt behandeln. Die Minister waren zuvor mit Vertretern des niederländischen Fußballbundes KNVB und den Bürgermeistern der großen Städte zusammengekommen, um über Maßnahmen gegen Gewalt beim Fußball zu beraten. Anlass war der Tod eines Linienrichters nach einer Prügelattacke durch jugendliche Amateurspieler am Sonntag vor einer Woche.

Auch Bondscoach Louis van Gaal hofft, dass die Gewalttat politische Konsequenzen hat. „Wir leben seit den 70er Jahren in einer Gesellschaft ohne Regeln, Normen und Werte“, sagte der Nationaltrainer im niederländischen Radio. Die Politik müsse Regeln und Normen festlegen und durchsetzen.

Am 2. Dezember war der 41-Jährige Amateur-Linienrichter in Almere zu Tode geprügelt worden. Am Sonntag hatten 12.000 Niederländer des Familienvaters bei einem Schweigemarsch gedacht.

Die Polizei nahm inzwischen weitere vier Tatverdächtige fest. Insgesamt sind nun acht Personen aus Amsterdam unter dem Verdacht des Totschlags in Haft. Die meisten sind 15 bis 17 Jahre alt, ein Tatverdächtiger ist 50 Jahre alt.

sid/dpa

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