"Mach et, Otze": Piqué kopiert Frank Ordenewitz

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Gerad Piqué bekommt die Gelbe Karte gezeigt.

Madrid - “Mach et, Otze“: Gut 20 Jahre nach dem “Fall Ordenewitz“ sorgt in Spanien Gerard Piqué vom FC Barcelona mit einer absichtlich eingehandelten Gelben Karte für Aufregung.

Der Fußball-Weltmeister hatte sich im Punktspiel Barças gegen Rayo Vallecano (4:0) verwarnen lassen in der Hoffnung, die nach fünf Gelben Karten fällige Sperre an diesem Samstag in der Partie gegen UD Levante verbüßen zu können. Damit wäre der Abwehrspieler für “El Clásico“ am 10. Dezember bei Real Madrid im Prinzip spielberechtigt.

Die Madrider Sportblätter “Marca“ und “As“ forderten nun, Piqué auch für das Schlagerspiel im Bernabéu-Stadion zu sperren. Sie wiesen am Donnerstag darauf hin, dass nach einer Satzungsänderung ein Spieler bei einer absichtlich provozierten Verwarnung auch für zwei Partien gesperrt werden kann. Demgegenüber argumentiert Barça, im Bericht des Schiedsrichters stehe nichts davon, dass Piqué sich die Karte absichtlich eingehandelt habe.

Allerdings dürfte dem Unparteiischen klar gewesen sein, was der Katalane im Schilde führte: Piqué hatte einen Einwurf so lange hinausgezögert, bis der Referee Gelb zückte. Der Schiedsrichter konnte sich bei der Verwarnung ein Lächeln nicht verkneifen.

Stürmer Frank Ordenewitz war im Mai 1991 in Fußball-Deutschland berühmt geworden, weil er sich freiwillig einen Platzverweis einhandelte. Er hatte im DFB-Pokalhalbfinale 1. FC Köln gegen MSV Duisburg (3:0) die Gelbe Karte erhalten und wäre für das Finale gesperrt gewesen. Kölns Trainer Erich Rutemöller riet ihm mit den Worten “Mach et, Otze“, einen Platzverweis zu provozieren, damit er die Sperre in einem Ligaspiel absitzen könne. Der DFB ließ sich auf das Manöver jedoch nicht ein und sperrte Ordenewitz auch für das Endspiel.

Der spanische Verband RFEF fügte 2010 in das Reglement einen Artikel ein, wonach Spieler nach provozierten Verwarnungen auch für zwei Spiele gesperrt werden können. Dieser Passus scheint jedoch in letzter Zeit in Vergessenheit geraten zu sein. Xabi Alonso (Real Madrid) oder José Javier Barkero (UD Levante) kamen nach solchen Manövern mit Sperren von jeweils einem Spiel davon.

dpa

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