BVB muss im Pokal nach München

"Gegen Bayern ist es immer unterhaltsam"

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Bayern gegen Dortmund - ein Foto vom 1. Dezember

Dortmund - Borussia Dortmund hat mit einem 5:1 über Hannover 96 im DFB-Pokal einen erfolgreichen Jahresabschluss gefeiert. Nur das Viertelfinallos trübte die Stimmung. Doch beim BVB zeigt man sich trotzig.

Ausgerechnet ein Schalker trübte die Stimmung bei der mitternächtlichen Weihnachtsfeier des Double-Gewinners. „Ich habe von ihm nichts anderes erwartet“, formulierte Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke süffisant an die Adresse von Olaf Thon. Soeben hatte der ewige Schalker und ehemaligen Münchner Profi dem Cupverteidiger als Glücksfee das „Hammerlos“ schlechthin beschert. Denn der Weg des BVB zum DFB-Pokal führt erneut über Bayern München - allerdings diesmal nicht erst im Endspiel, sondern schon im Viertelfinale (26./27. Februar).

Dennoch ließen es die Borussen bei ihrer Fete zusammen mit ihren Frauen und Freundinnen „richtig krachen“ (Trainer Jürgen Klopp), denn „die Jungs haben in diesem Jahr Unglaubliches geleistet“. Einen besseren Jahresabschluss, als das 5:1 (3:0) über Hannover 96 hätte es nicht geben können, ergänzte der BVB-Coach.

Wenn, ja wenn da nicht Thon anschließend in die Losschale gegriffen hätte. Nationalspieler Mats Hummels demonstrierte wenige Minuten nach der Pokal-Gala gegen die Niedersachsen gelassen: „Spiele gegen die Bayern sind doch immer unterhaltsam. Ich finde es cool, dass es auch mal anders kommt und man nicht erst im Finale auf die Bayern trifft.“ Und Klub-Boss Watzke legte trotzig nach: „Wenn du den Titel verteidigen willst, dann weiß du, dass du irgendwann auf die Bayern triffst. Dann fahren wir einfach mal hin. Kicken können wir ja auch ein bisschen.“

Die Borussen haben keinen Grund, tief zu stapeln. Denn in der Liga sind sie in den Duellen mit den Bayern seit fünf Spielen ungeschlagen, und im Pokal fegten sie den Erzrivalen und aktuellen Bundesliga-Spitzenreiter im Finale im Mai mit 5:2 vom Rasen des Berliner Olympiastadions.

Die Hauptstadt erlebte eines der Highlights im erfolgreichsten Jahr des BVB. „Wir haben von 46 Pflichtspielen in diesem Jahr nur drei verloren. Das sagt alles“, meinte Watzke und erinnert zugleich an die Titelverteidigung in der Bundesliga und den jüngsten Husarenritt durch die Gruppenphase der Champions League.

Und auch in 2013 will der BVB seinen Erfolgsweg fortsetzen. „Wir sind Dritter in der Bundesliga. Unser Ziel ist die direkte Qualifikation für die Champions League. Da sind wir in einer guten Situation“, unterstrich Klopp. Gegen Hannover hätte seine Mannschaft „das richtige Zeichen gesetzt, dass noch was geht in der Rückrunde“. Was er bevorzugen würde, einen Gewinn des DFB-Pokals oder der Champions League? „Die Champions League. Das Finale ist früher, und wir hätten eine Woche mehr Urlaub“, flachste Klopp.

Der 45-Jährige hatte sichtlich Spaß an der Vorstellung seine Mannschaft gegen Hannover mit einem überragenden Mario Götze, der vor Spiellaune sprühte, gleich drei sehenswerte Treffer (3., 40. und 84.) beisteuerte und zur Erinnerung an seinen spektakulären Auftritt spontan den Spielball vereinnahmte. „Man hat gesehen, dass wir gut drauf sind. Und wollen nun sehen, dass wir eine Rund weiter kommen“, sagte der 20-Jährige - allerdings vor der Auslosung.

Mit den weiteren Treffern von Jakub Blaszczykowski (18.) und dessen Landsmann Robert Lewandowski (90.) waren die völlig überforderten 96er am Ende noch gut bedient. „Solch eine Niederlage ist bitter. Eigentlich war es ein tolles Jahr für uns. Jetzt stehen wir ziemlich blöd da“, meinte 96-Trainer Mirko Slomka, für dessen Team Mame Diouf (79.) das Ehrentor erzielte. Restlos bedient schlichen seine Spieler nach dem Schlusspfiff in die Kabine, während die BVB-Fans ihre Pokal-Helden mit Standing Ovations in den Weihnachtsurlaub entließen.

sid

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