Ganz Deutschland im Freudentaumel

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Hunderttausende Fans in ganz Deutschland (hier die Partymeile in Berlin) feierten den Halbfinaleinzug. In Berlin wurde die Fanmeile schon früh wegen Überfüllung geschlossen.

Berlin - „Schland“ fast überall: Die EM-Euphorie hat Deutschland fest im Griff. Beim Public Viewing blieb es weitgehend friedlich. Die Griechen zeigten sich als faire Verlierer.

Auf Deutschlands größter Fanmeile in Berlin mussten aufgrund des riesigen Andrangs erneut frühzeitig die Einlasstore geschlossen werden. 400.000 Zuschauer versammelten sich bei sommerlichen Temperaturen zwischen dem Brandenburger Tor und der Siegessäule zum Public Viewing. Wohl auch angesichts der politischen Brisanz blieb es dabei nicht immer friedlich.

Bereits während des Duells informierte ein Polizeisprecher die Berliner Morgenpost über 40 Vorfälle: „Ein paar mehr Körperverletzungen, man merkt, dass es ein wichtigeres Spiel ist.“ Letztlich wurden 81 Personen vorläufig festgenommen und 72 Ermittlungsverfahren eingeleitet. 600 Polizisten waren im Einsatz.

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Bis in die frühen Morgenstunden feierten Zehntausende fröhlich, ausgelassen und äußerst originell auf dem Berliner Kuhdamm. Löw-Perücken, überdimensionale Brillen und bunte Hasenohren: Der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt.

Ebenso bunt ging es in München zu. 60.000 Fans schlossen sich nach Spielende auf der Leopoldstraße zusammen, um eine riesige Spontan-Party zu feiern. Erst um 2.30 Uhr konnte der Straßenverkehr wieder freigegeben werden. Nach Angaben der Polizei kam es zu 20 Festnahmen, fünf Menschen wurden verletzt, darunter ein Polizist. Unter den 18.000 Zuschauern im Olympiastadion blieb es bei zwei Festnahmen weitestgehend friedlich.

Nur die 1700 Nackten, die frühmorgens um 5.00 Uhr rot und golden angemalt durch München liefen, hatten mit Fußball nichts zu tun: Sie waren Teil einer Aktion des Künstlers Spencer Tunick.

In Köln jubelten 15.000 Zuschauer auf dem Gelände vor der Lanxess-Arena. Nachdem während des Spiels gegen Dänemark einige Chaoten Rauchbomben gezündet und Neonazis die Reichskriegsflagge gehisst hatten, blieb der Innenraum des Multifunktionsstadions am Freitagabend gesperrt. Die Maßnahme zeigte Wirkung: Die fantastische Stimmung wurde nicht gestört. Im Anschluss an das Spiel verwandelten die Massen mit „Schland“-Gesängen die gesamte Innenstadt in eine Party-Zone.

Gesungen, getanzt und gejubelt wurde ebenso in Hamburg. Trotz Regenwetters fanden sich 60.000 Fans auf dem Heiligengeistfeld neben dem Millerntor-Stadion ein, um vor der 92 Quadratmeter großen Leinwand den Sieg ihrer Helden zu feiern. Frankfurt vermeldete gar einen Besucherrekord: 25.000 Zuschauer rissen in der Commerzbank-Arena bei den Toren von Philipp Lahm, Sami Khedira, Klose und Marco Reus gleichzeitig die Arme gen Himmel.

Neben den vier Treffen gab es für die deutschen Fans noch weitere Geschenke von den Hellenen: In zahlreichen griechischen Restaurants spendierten Barkeeper ihr Nationalgetränk - den Ouzo.

sid

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